Absturz in der Teufelskurve: Dutzende bei Busunglück in Peru getötet

Der Bus stürzte fast 100 Meter in die Tiefe (Foto: Hugo Pérez / El Comercio)

 

Lima, 3. Januar 2018 – Auf einer Landstraße in Peru touchiert ein Lastwagen einen Bus und bringt ihn von der Fahrbahn ab. Fast 100 Meter stürzt der Bus an der Steilküste in die Tiefe. Jetzt soll der gefährliche Abschnitt gesperrt werden.

Bei einem schweren Busunglück in Peru sind nach Angaben der Polizei mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Weitere sechs Menschen wurden bei dem Unfall an der Pazifikküste nördlich der Hauptstadt Lima verletzt und per Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht.

Ein Lastwagen sei auf einer Landstraße in der Provinz Huaral auf den Bus aufgefahren und habe ihn von der Fahrbahn abgebracht, sagte Dino Escudero von der Verkehrspolizei der amtlichen Nachrichtenagentur Andina. Der Bus stürzte daraufhin an der Steilküste fast 100 Meter in die Tiefe und blieb am Strand liegen.

Zeugen hingegen sagten der Zeitung „El Comercio“, der Lastwagen sei auf die Gegenspur gekommen, nachdem sein linker Vorderreifen geplatzt war. Der Busfahrer habe versucht auszuweichen und dabei die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

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Die Landstraße gilt als gefährlich. Auf 22 Kilometern gibt es 52 Kurven. Nebel erschwert häufig die Sicht und nicht überall ist die Fahrbahn mit Leitplanken gesichert. Das Unglück ereignete sich auf einem besonders gefährlichen Abschnitt der Landstraße, der Teufelskurve genannt wird.

Präsident Pedro Pablo Kuczynski kündigte am Mittwoch an, die parallel verlaufende Autobahn auf jeweils drei Spuren je Fahrtrichtung ausbauen und den gefährlichen Abschnitt der Landstraße sperren zu lassen. Derzeit wird die Landstraße nur von Lastwagen und Bussen genutzt. Pkw fahren bereits jetzt auf der Autobahn.

In der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) kamen bei einem zweiten Unfall auf derselben Strecke zwei weitere Menschen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zwei Menschen wurden demnach verletzt, als ein Bus mit einem Lastwagen zusammenstieß.

Präsident Kuczynski sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. „Dieser schwere Unfall ist sehr schmerzhaft für das Land“, schrieb der Staatschef auf Twitter.

Der Reisebus war mit etwa 55 Passagieren an Bord von Huacho nach Lima unterwegs. Laut Verkehrsminister Bruno Giuffra könnte überhöhte Geschwindigkeit den Unfall ausgelöst haben. Darauf deuteten erste Ermittlungsergebnisse nach der Auswertung der GPS-Geräte beider Fahrzeuge hin, schrieb er auf Twitter.

Ein junger Mann konnte sich retten, weil er kurz vor dem Absturz aus dem Fenster sprang. Er habe sich den Arm gebrochen, sei aber in einem stabilen Zustand, sagte Krankenhausdirektor Jiménez Vilcayaure im Fernsehsender Canal N. Der 24-Jährige sei sogar selbst mit dem Taxi in die Klinik gekommen.

Bis am späten Dienstagabend waren 24 Leichen geborgen, schrieb die Staatsanwaltschaft auf Twitter. Ein Kran sei angefordert worden, um die schwierigen Bergungsarbeiten auf dem Geröllfeld direkt am Meer zu erleichtern. Die Arbeiten wurden am Mittwoch fortgesetzt.

In Peru kommt es immer wieder zu schweren Busunfällen. Die Straßenverhältnisse sind oft schwierig und die Busse nicht immer in einem guten Zustand. Ende Oktober waren bei einem Unfall in Peru auch vier deutsche Studenten ums Leben gekommen. (dpa/dmz/hl)

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