Fünf Folgen des „Märtyrertods“ von Che Guevara

Ernesto Che Guevara, Ikone der sozialistischen Bewegungen gegen das kapitalistische Modell der USA (Foto: fondodetodos)

 

Vallegrande, 8. Oktober 2017 – Ernesto „Che“ Guevara ist bis heute weltweit ein Begriff. Die Erschießung des rastlosen, trotz seiner Gewalttaten verehrten Revolutionärs machte ihn zum „Märtyrer“. Einige Folgen im Überblick.

OST-WEST-KONFLIKT: Der Guerillakampf des Che Guevara schürte die Angst vor einem „zweiten Kuba“, vor einem wachsenden Einfluss der Sowjetunion im „Hinterhof“ der Vereinigten Staaten. Das führte zu rigorosen US-Interventionen in Chile und Nicaragua sowie zur Stützung der Militärdiktaturen in Südamerika in den 1970er Jahren.

IKONE DER 68er: Che Guevara war auf Demonstrationen in West-Berlin und Paris überall präsent. Als Kämpfer für sozialistische Ideale und gegen das kapitalistische Modell der USA wurde er zum Vorbild der Studentenbewegung. Leute wie Rudi Dutschke machten sich sein Motto zu Eigen: „Seien wir realistisch: Versuchen wir das Unmögliche.“

LINKE WENDE: Mit der Machtübernahme von Hugo Chávez in Venezuela begann eine linke Dekade in Südamerika – gerade er und Evo Morales in Bolivien (ab 2006) beriefen sich auf Che Guevara. Es bildete sich die linke Staatenallianz (ALBA). Kuba war nicht mehr so isoliert, bekam Erdöl aus Venezuela und schickte im Gegenzug Ärzte nach Südamerika.

VERKLÄRUNG: Che Guevara hat getötet, er stand für Repression gegen Andersdenkende in Kuba. Er gehört bis heute zu einer der verklärtesten Figuren. Wolf Biermann besang ihn als „Jesus Christus mit Knarre.“ Sei es bei Globalisierungskritikern oder auf Friedensmärschen: „Che“ wird als Kämpfer für die Armen und gegen Unterdrückung gefeiert.

POP-IKONE: Ob auf T-Shirts oder als Tattoo auf dem Oberarm von Diego Maradona: kaum ein Konterfei ist so oft verbreitet worden, wie das von Che mit Baskenmütze. Losgelöst vom historischen Kontext wurde er zum Symbol einer aufbegehrenden Jugend und diente kapitalistischen Unternehmen, um neuen Produkten etwas Revoluzzerhaftes zu geben. (dpa/dmz/hl)

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