Getötete Umweltaktivistin: Deutsche Firmen am Wasserkraftwerk beteiligt

Berta Isabel Cáceres Flores setzte sich stets für die Rechte indigener Völker und den Erhalt der natürlichen Umwelt in Honduras ein. Am 3. März 2016 wurde sie ermordet. (Foto: goldmanprize.org)

 

New York/Tegucigalpa, 19. März 2016 – Die prominente honduranische Umweltschützerin Berta Cáceres kämpfte gegen den Bau eines Wasserkraftwerks in Honduras. Nach ihrer Ermordung fordert ihre Tochter einen Baustopp. Auch deutsche Firmen wie Siemens und Voith sind am umstrittenen Projekt beteiligt – ziehen sie sich nun zurück?

Nach dem Mord an Berta Cáceres hat deren Tochter einen Baustopp an dem umstrittenen Wasserkraftwerk Agua Zarca gefordert. „Das Staudammprojekt verletzt das Recht der Indios auf Entscheidungen im Konsens über Arbeiten auf ihrem Land“, sagte Berta Isabel Zuñiga Cáceres am Freitag vor der UN-Frauenkommission. Der Mord an ihrer Mutter vor zwei Wochen sei kein Einzelfall, sondern Teil einer Einschüchterungskampagne gegen die Gegner des Projekts.

„Cáceres wurde aufgrund von Ungerechtigkeit, Gier und Korruption getötet“, sagte der Leiter der Umweltschutzorganisation Waterkeeper Alliance, Robert F. Kennedy Jr. Honduras ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Global Witness das gefährlichste Land für Umweltschützer.

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Am Dienstag wurde auch Cáceres Mitstreiter Nelson García getötet. Beide hatten mit ihrem Bürgerrat der Volks- und Indio-Organisationen (Copinh) den Protest gegen das Wasserkraftwerk organisiert. Cáceres war im vergangenen Jahr für ihr Engagement mit dem Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Mehrere Naturschutz- und Menschenrechtsorganisationen haben die an Agua Zarca beteiligten deutschen Firmen Siemens und Voith dazu aufgerufen, sich aus dem Staudammprojekt zurückzuziehen. Durch ihre Beteiligung am Bau würden die Firmen dazu beitragen, dass die Bewohner der Region Angriffen ausgesetzt seien, hieß es in einem offenen Brief, der unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz, dem Dachverband Kritische Aktionäre und der Gesellschaft für bedrohte Völker unterzeichnet wurde. Ein Joint Venture aus Siemens und Voith liefert Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik für das Wasserkraftprojekt. Beide Firmen verurteilten die Verbrechen.

Voith kündigte an, sein weiteres Engagement in Agua Zarca zu überdenken. Siemens teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es nur eine Minderheitenbeteiligung an dem Joint Venture halte und nicht in die Geschäfte eingebunden sei. Das Unternehmen habe Voith allerdings seine Bedenken mitgeteilt und dringe auf eine Überprüfung des Projekts. (dmz/dpa/sw)

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