Konservativer vom Land: Honduras’ Präsident Juan Orlando Hernández

Honduran President Juan Orlando Hernandez sits in his office during an interview with Reuters at the presidential palace in Tegucigalpa July 31, 2014. After meeting U.S. President Barack Obama in Washington, Hernandez sees little hope of an immediate solution to stemming a wave of child migrants fleeing misery and violence in Central America for the United States. Joined by his counterparts from El Salvador and Guatemala, Hernandez met with Obama and U.S. lawmakers last week to discuss how to confront an unprecedented surge in child migrants that has overwhelmed border resources and ignited a fierce political debate in the United States over what to do with the children. Picture taken July 31, 2014. REUTERS/Jorge Cabrera (HONDURAS - Tags: POLITICS SOCIETY IMMIGRATION) - RTR40YB0

Der honduranische Präsident steht für eine liberale Wirtschaftspolitik und ein hartes Durchgreifen gegen die mächtigen Jugendbanden (Foto: brookings.edu)

 

Tegucigalpa, 4. Dezember 2017 – Juan Orlando Hernández könnte Geschichte schreiben: Wird sein Wahlsieg bestätigt, wäre er der erste Präsident von Honduras, der das mittelamerikanische Land für zwei Amtszeiten regieren wird.

Seit der Rückkehr zur Demokratie Anfang der 1980er Jahre war die Wiederwahl des Staatschefs per Verfassung untersagt. Erst kürzlich machte der Oberste Gerichtshof in einem umstrittenen Urteil den Weg dafür frei.

Hernández wuchs in einer Großfamilie mit 16 Geschwistern auf dem Land auf. Seine Eltern schickten ihn auf eine Militärschule, er studierte Jura in der Hauptstadt Tegucigalpa und Verwaltungswesen in New York. Er ist verheiratet mit der Anwältin Ana García de Hernández und hat vier Kinder. Auch einige Geschwister machten Karriere in der Politik.

Der honduranische Präsident steht für eine liberale Wirtschaftspolitik und ein hartes Durchgreifen gegen die mächtigen Jugendbanden. „Für die Kriminellen ist die Party jetzt vorbei“, sagte er bei seinem Amtsantritt 2014. Zwar ist die Zahl der Morde zuletzt etwas zurückgegangen, aber die Sicherheitslage ist noch immer desolat. Viele Honduraner fliehen vor der Gewalt in die USA.

Vor seiner Wahl zum Staatschef war Hernández Kongressabgeordneter der konservativen Nationalen Partei und Parlamentspräsident. Er unterstützte den Putsch gegen den früheren Präsidenten Manuel Zelaya. Dieser war 2009 vom Militär abgesetzt und ins Exil gezwungen worden.

Seinen Wahlkampf bestritt Hernández im Grunde mit denselben Versprechen wie vor vier Jahren. „Ich werde tun, was getan werden muss, um das Verbrechen auszumerzen und dem honduranischen Volk Frieden und Ruhe zu bringen“, sagte er. Angesichts des knappen Wahlausgangs und der Manipulationsvorwürfe steht er nun vor einer Mammutaufgabe: Er muss das tief gespaltene Land einen. (dpa/dmz/hl)

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