Mysteriöser Fall Nisman: Richter in Argentinien geht von Mord aus

Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman war am 18. Januar 2015 mit einer Schusswunde am Kopf gefunden worden (Foto:http://www.jta.org

 

Buenos Aires, 28. Dezember 2017 – Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt: Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman hatte viel belastendes Material gegen Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner und wurde Anfang 2015 erschossen in seiner Wohnung aufgefunden. Es war wohl doch Mord.

Der Richter Julián Ercolini hat nun in einem Urteil zum ersten Mal festgestellt, dass Nisman ermordet wurde. Die Tatwaffe hatte Nisman von seinem Mitarbeiter Diego Lagomarsino bekommen – angeblich, um sich und seine Familie im Notfall zu schützen. Kirchner vertrat die Suizidtheorie. „Nisman wurde mit der Waffe von Diego Lagomarsino ermordet“, urteilte der Richter.

Lagomarsinos Rolle ist weiter unklar. Er wurde von dem Richter wegen der Beschaffung der Waffe zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und muss sich regelmäßig bei den Behörden melden.

Nisman war am 18. Januar 2015 mit einer Schusswunde am Kopf gefunden worden. Als Sonderstaatsanwalt war er mit der Untersuchung des verheerenden Bombenanschlags auf ein jüdisches Gemeindehaus 1994 in Buenos Aires betraut gewesen. Hinter dem Attentat mit 85 Toten werden iranische Drahtzieher vermutet. Nisman warf der damaligen Regierung Kirchners Vertuschung und Zurückhalten von Informationen vor. Er sollte am Tag nach seinem Tod die Vorwürfe im Kongress erläutern.

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Der Nachfolger der linken Präsidentin Kirchner, der liberale Mauricio Macri, hatte nach seinem Amtsantritt der Familie Nismans Gerechtigkeit versprochen. Er gab alle Verschlusssachen zum Fall Nisman frei und enthob Mitarbeiter des Geheimdienstes ihrer Schweigepflicht. (dpa/dmz/hl)

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