Neuer Bericht: Menschenrechtler kritisieren Gewalt und Korruption in Guatemala

15 03 Menschenrechte Guatemala kl

 

 


Bekanntheit erreichte Jimmy Morales vor allem als Komiker in der Fernsehserie Moralejas. Am 25. Oktober 2015 wurde Morales zum Präsidenten Guatemalas gewählt (Foto: wikipedia.org )

Guatemala-Stadt, 15. März 2016 – Der neue Bericht der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) zur Lage in Guatemala wurde am Montag vorgestellt. Die Schwäche der staatlichen Institutionen in Guatemala begünstigt nach Einschätzungen von Menschenrechtlern Gewalt, Straflosigkeit und Korruption.

Armut, Rassismus, Diskriminierung und Exklusion würden die Probleme seit Jahrzehnten verstärken. Das mittelamerikanische Land laufe Gefahr, Rückschritte zu machen, hieß es in dem am Montag vorgelegten Bericht der CIDH.

„Die neue Regierung sieht sich großen Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte gegenüber“, sagte CIDH-Präsident James Cavallaro. Schwache staatliche Strukturen, knappe öffentliche Mittel und ein hohes Korruptionsniveau seien mitverantwortlich für die prekäre Menschenrechtssituation. Noch immer seien viele Verbrechen aus der Zeit des Bürgerkriegs (1960-1996) ungesühnt, sagte der Berichterstatter für Guatemala, Enrique Gil Botero.

Im Oktober 2015 hat der TV-Komiker Jimmy Morales die Stichwahl um das Präsidentenamt in Guatemala deutlich gewonnen. Der Verdruss vieler Wähler über die traditionellen politischen Eliten hievte ihn ins Amt. Ex-Präsident Otto Pérez und seine frühere Stellvertreterin Roxana Baldetti sitzen wegen Schmiergeldvorwürfen in Untersuchungshaft. Sie sollen den Korruptionsring „La Línea“ geführt haben.

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Die Gruppe aus Politikern und Unternehmern ermöglichte es Firmen, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen. Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (Cicig) flossen allein zwischen Mai 2014 und April 2015 mindestens 3,7 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern. (dmz/dpa/sw)

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