Perus Ex-Machthaber Fujimori wieder in Freiheit

Die Begnadigung des autoritären Ex-Präsidenten Fujimori hat Peru in eine tiefe Krise gestürzt (Foto: ANDINA / Eddy Ramos)

 

Lima, 5. Januar 2018 – Nach seiner überraschenden Begnadigung hat Perus autoritärer Ex-Präsident Alberto Fujimori das Krankenhaus als freier Mann verlassen. Sein Sohn Kenji Fujimori holte den 79-Jährigen aus der Klinik in der Hauptstadt Lima ab. Der Ex-Präsident verließ das Krankenhaus in einem Rollstuhl.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustands hatte Präsident Pedro Pablo Kuczynski den Ex-Machthaber (1990-2000) an Weihnachten begnadigt. Fujimori, Sohn japanischer Einwanderer, werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Er war 2007 von Chile ausgeliefert und zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Unter anderem wird ihm eine Mitverantwortung für 25 Morde zur Last gelegt.

Die Begnadigung hatte massive Proteste gegen Kuczynski ausgelöst. Kritiker sehen einen”schmutzigen Deal” zwischen Kuczynski und Fujimoris Sohn Kenji. Der soll als Gegenleistung für die Begnadigung seines Vaters dafür gesorgt haben, dass die Opposition nicht genug Stimmen für eine Amtsenthebung von Kuczynski vor Weihnachten im Kongress zusammenbekam. Pikanterweise wurde dadurch auch ein Konflikt innerhalb des weiterhin sehr einflussreichen Fujimori-Clans offenbar.

Denn die führende Oppositionspartei Fuerza Popular wird von Tochter Keiko Fujimori angeführt – die Rechtspopulistin wollte Kuczynski absetzen, dem sie bei der Präsidentenwahl 2016 unterlegen war. Durch die Abtrünnnigen um ihren Bruder Kenji wurde der Plan aber vereitelt – er steht Vater Alberto Fujimori näher als die Tochter.

Event Tickets at TicketNetwork.com

Fujimori verbrachte die letzten zehn Jahre im Gefängnis. Er ließ in seiner Amtszeit Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Der Staat sah sich durch die Terrororganisation “Leuchtender Pfad” bedroht. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren. Sie wurden als Entwicklungshemmnis gesehen. (dpa/dmz/hl)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*