Deutscher Manager: Bei Trump-Rede fehlte Bannons Handschrift

Zahmer Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Davos (Foto: Weltwirtschaftsforum)

 

Davos, 26. Januar 2018 – Der Auftritt von US-Präsident Donald Trumps hat unter der Wirtschaftselite in Davos nur für verhaltenen Applaus gesorgt. „Trumps Auftritt war zurückhaltender und gedämpfter als in der Vergangenheit“, sagte Karl Braun, Vorstandsmitglied der Beratungsgesellschaft KPMG, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

„Gegenüber der Inaugurationsrede ist die Handschrift Bannons verschwunden“. Der einstige Chefstratege und Wahlkampfleiter Steve Bannon war im Sommer abgetreten.

Trump hatte am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos über seine Wirtschaftspolitik gesprochen und Werbung für die USA gemacht. „Der einzige Punkt, der mich hat aufhorchen lassen, war die mögliche Rückkehr der USA zum Transpazifischen Handelsabkommen TPP“, sagte Braun, der seit mehreren Jahren nach Davos kommt.

Am Tag zuvor hatte Trump mit europäischen Vorstandschefs zu Abend gegessen, darunter Joe Kaeser von Siemens und Bill McDermott von SAP. Dabei hatten auffällig viele Konzernlenker Trump für seine Steuerreform beglückwünscht. „Ich denke, dass ein solches Abendessen nicht der richtige Ort ist für große Kritik“, sagte der KPMG-Vorstand. „Ich habe mit einigen Anwesenden gesprochen, und sie empfanden eine gewisse Eintönigkeit. Allerdings waren die Erwartungen auch nicht hoch.“

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Braun erwartet ungeachtet dessen deutliche Auswirkungen von Trumps Politik hierzulande: „Ich glaube, dass das Thema Steuersenkungen auch in Deutschland und Frankreich auf die Agenda kommen muss.“ Der Bundeskanzlerin, die am Mittwoch in Davos war, schrieb der KPMG-Vorstand ins Stammbuch: „Angela Merkel hätte bei ihrem Auftritt mehr Werbung für den Standort Deutschland machen können.“ Staats- und Regierungschefs würden ja insgesamt immer mehr zu Verkäufern ihres Landes. „Das ist bei Trump natürlich extrem.“ (dpa/dmz/hl)

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