Flüchtlinge in Mexiko: Steinmeier fordert gemeinsamen Kampf gegen Kriminalität

Steinmeier Flüchtlinge klei

Außenminister Steinmeier hört im Flüchtlingsheim aus erster Hand über die Flüchtlingsproblematik in Mexiko. Links die Grünen-Politikerin Claudia Roth (Foto: Herdis Lüke) 

 

Mexiko-Stadt, 5. Juni 2016 – Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Mexiko, zweite Station seiner Lateinamerika-Reise. Vor den Regierungsgesprächen besucht er am Samstag ein Flüchtlingsheim und am Sonntag die Pyramidenstadt Teotihuacán. Am Montagnachmittag eröffnet er das Deutschlandjahr.

Nach einem Besuch in einem Heim für Flüchtlinge aus Mittelamerika in Mexiko-Stadt hat Steinmeier die Staaten der Region zu mehr Zusammenarbeit im Kampf gegen die Kriminalität aufgefordert. Zur Bewältigung der dortigen Flüchtlingskrise werde in der Region eine „große gemeinsame Anstrengung“ gebraucht, sagte Steinmeier, nachdem er mit mehreren Flüchtlingen aus El Salvador und Honduras gesprochen hatte. „Hier flüchten viele Menschen schlicht und einfach vor Gewalt in ihren Heimatländern.“

Viele Flüchtlinge erfahren jedoch auch Gewalt bei der Ankunft in Mexiko. Sie berichten von  Menschenrechtsverletzungen seitens der Migrationsbehörde, aber vor allem werden sie Opfer  der organisierten Kriminalität.

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Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR werden in diesem Jahr bis zu 400 000 Flüchtlinge in Mexiko erwartet. Die meisten kommen aus Honduras, El Salvador oder Guatemala, wo die organisierte Kriminalität in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Viele – aber nicht alle – wollen weiter in die USA.

Mexiko ist für Steinmeier nach Argentinien zweite Station einer Lateinamerika-Reise. Nach Gesprächen mit der Regierung steht am Montag die offizielle Eröffnung  des Deutschlandjahres in Mexiko auf dem Programm. Mexiko gehört in der Region seit vielen Jahren zu den engsten Partnern der Bundesrepublik.

Deutschland und Mexiko arbeiten etwa beim Klimaschutz und bei der Begrenzung des Waffenhandels eng zusammen. Auch wirtschaftlich sind die beiden Länder verbunden. Deutschland ist Mexikos fünftgrößter Handelspartner. Im vergangenen Jahr betrug das Geschäftsvolumen rund 17,5 Milliarden US-Dollar. Das Land ist nach Brasilien die zweitstärkste Wirtschaftsmacht in Lateinamerika. (dmz/hl mit Material von dpa)

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