FIFA sperrt elf Funktionäre – Mehrere Lateinamerikaner beschuldigt

Der Uruguayer Eugenio Figueredo war Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL (Foto: CONMEBOL)

 

Zürich/Managua/Mexiko-Stadt, 27. Mai 2015 – Nach den Festnahmen von sieben hochrangigen Funktionären  hat Weltverband FIFA insgesamt elf Funktionäre vorläufig für sämtliche Fußball-Aktivitäten gesperrt. Darunter seien auch die zuvor festgenommenen FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb von den Kaiman-Inseln und Eugenio Figueredo aus Uruguay. 

Insgesamt 14 Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt, darunter mehrere Lateinamerikaner. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt. Die US-Behörden verdächtigten sie, Bestechungsgelder in Höhe von über 100 Millionen Dollar angenommen zu haben Zu den Angeklagten gehören prominente und altbekannte Figuren aus der Fußball-Welt:

Der 50-jährige Jeffrey Webb (Kaimaninseln) ist seit 2012 CONCACAF-Präsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Inzwischen zählt er zu den Stellvertretern von Joseph Blatter. Seine Verhaftung kam überraschend, hatte er sich innerhalb der FIFA doch für ein striktes Vorgehen gegen Korruption und Missmanagement stark gemacht. Auch hatte er sich für die Veröffentlichung des Garcia-Berichts ausgesprochen.

Eugenio Figueredo stammt aus Uruguay. Der 83-jährige ist neben Webb der zweite aktuelle FIFA-Vize in der Affäre. Der Ex-Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL musste sich zuletzt in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Eine Spielergewerkschaft hatte ihn wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei CONMEBOL verklagt.

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Der Ex-Präsident des brasilianischen Fußballverbands José Maria Marin leitete das Organisationskomitee für die WM 2014.

Der Präsident des Verbandes Costa Ricas Eduardo Li (56) galt als designiertes Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees.

Der FIFA-Entwicklungsmanager Julio Rocha (64) war früher Präsident des Verbands Zentralamerikas und Nicaraguas.

Rafael Esquivel (68) ist seit 1988 Präsident des Verbands Venezuelas und damit der am längsten agierende Verbandschef in Südamerika. Er Sitzt aktuell auch im Exekutivkomitee des CONMEBOL-Verbandes.

José Maria Marín (83) war bis April dieses Jahres Präsident des brasilianischen Verbandes. Medienberichte in Brasilien konfrontierten ihn mit Anschuldigungen wegen Korruption und angeblicher Veruntreuung öffentlicher Mittel in den 1970er und 1980er Jahren.

Nicolás Leoz (86) kommt aus Paraguay. Der langjährige Präsident des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL gehörte bis 2013 auch dem FIFA-Exko an. Er trat von beiden Positionen aus gesundheitlichen und privaten Gründen zurück. Leoz wurde vom früheren englischen Verbandschef David Triesman beschuldigt, unlautere Forderungen vor den WM-Vergaben an Russland und Katar gestellt zu haben.

In der Liste der von der FIFA suspendierten Funktionäre sind außerdem die Argentinier Alejandro Burzaco (50), Hugo (70) und Mariano Jinkis (40), die in Aufsichtsfunktionen einer Sportmarketing-Agentur in Argentinien tätig sind. Dem Brasilianer José Margulies (75) wird vorgeworfen, als Vermittler bei illegalen Zahlungen aufgetreten zu sein.

Nicaragua bedauert Festnahme

Der Fußballverband von Nicaragua (Fenifut) hat die Festnahme seines Ex-Präsidenten bedauert. „Es ist von Korruption und Verbindungen zur Sport-Mafia die Rede. Das ist eine bedauerliche Situation, weil Julio Rocha der größte Sportfunktionär der nicaraguanischen Geschichte ist“, sagte Verbandssprecher Moisés Avalos am Mittwoch.

Er wisse nicht, ob Rocha ein Verbrechen begangen habe. Stattdessen betonte er die Verdienste des ehemaligen Fenifut-Chefs. „Dank ihm haben wir ein Fußballnationalstadion, eine Talentschule und andere große Projekte“, sagte Avalos.

Rousseff fordert Untersuchung des Vergabeverfahrens für die Fußball-WM 2014

Die brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff hat den Behörden ihre Unterstützung bei den Korruptionsermittlungen gegen führende FIFA-Funktionäre zugesagt. Die Untersuchung sei sehr wichtig, sagte die Präsidentin am Mittwoch bei ihrem Staatsbesuch in Mexiko. Die brasilianische Regierung werde mit den US-Behörden kooperieren, wenn dies gewünscht werde. Sie befürworte auch eine Untersuchung des Vergabeverfahrens für die Fußball-WM 2014 in Brasilien. (dmz/hl mit Material von dpa)

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