Judas von Pajacuarán: Zwischen Katholizismus und Indio-Tradition

23 03 judas Michoacan

 

Der Judas von Pajacuarán wird nicht verbrannt wie es in anderen Orten in Mexiko Tradition ist. Er lässt die Peitsche knallen. (Foto: youtube)

Pajacuarán, 23. März 2016  – Der Judas von Pajacuarán trägt ein farbenprächtiges Gewand, eine furchteinflößende Maske, weiße Kniestrümpfe und schwingt eine bis zu fünf Meter lange Peitsche. In der Woche vor Ostern ziehen die Menschen in der Stadt in Michoacán in aufwendiger Kostümierung tanzend durch die Straßen und erinnern an den Verrat an  Christus.

„Für mich geht es darum, diesen Judas hinter uns zu lassen, den wir als Sünder alle in uns tragen“, sagt Jorge Luis González Larios, der zum dritten Mal dabei ist. Während in der Osterwoche in Spanien und vielen lateinamerikanischen Ländern Judas-Puppen verbrannt werden, verbindet das Ritual in Pajacuarán katholische und indigene Elemente.

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Im Bundesstaat Michoacán fällt das Osterfest mit der Mais-Aussaat zusammen. „Im Unterschied zu anderen Judas-Ritualen, bei denen die Peitschenhiebe Strafe und Reinigung symbolisieren, lassen sie hier die Peitschen knallen, um die Vögel zu vertreiben, die die Saat fressen, um eine reiche Ernte zu bitten und die Götter zu besänftigen“, sagt González.

Ende des 19. Jahrhundert verband der örtliche Pfarrer das traditionelle Indio-Ritual mit der biblischen Geschichte, wie der Historiker José Castellanos Higareda erklärt. Neben ihren Peitschen führen die Tänzern nun einen roten Beutel mit 30 Münzen mit sich, die für den Judaslohn stehen. Am Ostersonntag wird der beste Tänzer mit dem schönsten Gewand ausgezeichnet. (dmz/dpa/hl)

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