„El Chapo“ leidet: Richter genehmigt psychologische Untersuchung

„El Chapo“ ist 23 Stunden alleine in seiner Zelle ohne Tageslicht (Grafik: imagen televisión)

 

New York, 9. November 2017 – Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán leidet unter seiner Haft im Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan. Nun darf er  sich einer neuropsychologischen Untersuchung unterziehen. Das entschied Richter Brian Cogan bei einer Gerichtsanhörung in New York am Mittwoch.

Beantragt hatte die Untersuchung Guzmáns Anwalt Eduardo Balarezo mit der Begründung, dass die Haft in dem Hochsicherheitsgefängnis dem früheren Chef des Sinaloa-Kartells psychisch schwer zu schaffen zu mache. Guzmán fühle sich verfolgt, leide an Depressionen und „Halluzinationen des Gehörs“. Zudem könne er sich immer schlechter an Menschen, Orte und Ereignisse erinnern. Um verurteilt werden zu können, müsse ein Angeklagter zurechnungsfähig sein und zu seiner eigenen Verteidigung beitragen können, teilte Balarezo zuvor unter Verweis auf entsprechende Rechtsprechung mit.

Die Untersuchung soll voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden. Aus Sicherheitsgründen soll der Arzt – oder ein anderer Experte für geistige Gesundheit – aber keinen direkten Kontakt zu Guzmán haben.

Im Gerichtssaal saßen am Mittwoch erneut Guzmáns Frau Emma Coronel sowie die gemeinsamen Zwillingstöchter der beiden, die bereits zur vergangenen Anhörung im August erschienen waren. Guzmán und seine Frau sowie seine Kinder lächelten einander in der 25-minuten Sitzung am Mittwoch mehrfach an.

Der Prozess soll voraussichtlich Mitte April beginnen. Die US-Regierung wirft dem in 17 Punkten angeklagten Guzmán vor, für den Tod Tausender Menschen und den Schmuggel Tausender Tonnen Drogen in die USA verantwortlich zu sein. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist laut einer Absprache zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen. (dpa/dmz/hl)

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