Guillermo del Toro: Märchenonkel mit Hang zum Bizarren

„Shape of Water: eine bildgewaltige Fabel (THE SHAPE OF WATER. Photo by Kerry Hayes. © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation All Rights Reserved)

 

Mexiko-Stadt, 5. März 2018 – Monster, Fabelwesen und Außenseiter haben es dem mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro besonders angetan. Mit „Shape of Water“ setzt er ein anrührendes Statement gegen Arroganz und Intoleranz.

Mit „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ hat Guillermo del Toro eine bildgewaltige Fabel gegen die Angst vor dem Unbekannten auf die Kinoleinwand gebracht. In Hollywood ist das Kinomärchen um eine Liebesgeschichte zwischen einer stummen Putzfrau und einem Wassermann mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet worden. Und der 53-jährige Mexikaner holte auch den Oscar für die beste Regie. „Shape of Water ist ein Märchen für unruhige Zeiten“, sagt der Preisträger.

Außerdem gab es Preise für die Filmmusik und das Produktionsdesign. Damit ist Del Toro auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen und setzt den jüngsten Siegeszug der mexikanischen Filmemacher in Hollywood fort. Seine Herkunft hat den Regisseur entscheidend geprägt. „Ich bin Mexikaner“, lautete seine lapidare Antwort, als ihn eine Journalistin kürzlich fragte, wie er die dunkle Seite des Menschseins so trefflich mit der Lebensfreude verbinde.

Del Toro hat ein Faible für Märchen, für das Bizarre und Andersartige. Bereits als Kind habe er einen Pakt mit den Monstern geschlossen, die ihm im Dunkeln erschienen, sagt er. Mit der Zeit habe er sich entschieden, sie zu den Hauptfiguren seiner Geschichten zu machen.

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Bereits in „Hellboy“ (2004) und „Pan Labyrinth“ (2006) erschuf Del Toro vielschichtige Fantasiewelten. Die Ergründung des Anderen zieht sich wie ein roter Faden durch sein zehn Spielfilme umfassendes Werk. „Ich wurde in Mexiko geboren und war schon immer auf viele Weisen anders“, sagte er kürzlich in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Del Toro kam 1964 im mexikanischen Guadalajara zur Welt und lebt mittlerweile in den USA und Kanada. Er gilt als besessener Sammler von Comic-Büchern und akribischer Perfektionist, der oft jahrelang an der Entwicklung seiner Projekte arbeitet. Er ist gut mit den mexikanischen Oscarpreisträgern Alfonso Cuarón und Alejandro Iñárritu befreundet.

Del Toro setzt mit „Shape of Water“ auch ein politisches Statement gegen die Arroganz der Macht und die Intoleranz gegenüber dem Fremden. „Der Film ist ein Lobgesang auf die Unterschiedlichkeit“, sagt er. (dpa/dmz/hl)

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