Mehr Lehrerstreiks, mehr Blockaden und Demonstrationen zum Schulstart

29 06 Lehrerproteste kl

Just zum Schulstart nach den Sommerferien wollen protestierende Lehrer wieder Straßen blockieren (Foto: litci.org)

 

Mexiko-Stadt, 21. August 2016 – An diesem Montag beginnt in Mexiko offiziell wieder die Schule. Zigtausende Schüler bleiben aber wie schon vor den Sommerferien vom Unterricht ausgeschlossen. Die Lehrer-Gewerkschaft CNTE kündigte am Sonntag die Fortsetzung der Streiks und noch mehr Protestaktionen in Mexiko-Stadt und weiteren Bundesstaaten an.

Vergangene Woche hatte das Erziehungsministerium die Verhandlungen mit der CNTE über die Bildungsreform abgebrochen. Die Fronten sind unverändert verhärtet: die CNTE fordert eine komplette Rücknahme der umstrittenen Reform, die Regierung verweigert das.

In wie vielen Schulen und Bundesländern weiter gestreikt werden soll, ließ der Generalsekretär der für Mexiko-Stadt zuständigen Sektion 9 der CNTE, Enrique Enríquez offen: „Wir werden keine Zahlen nennen.“ Gleichzeitig kündigte er erneute Blockaden von Fernstraßen an, ohne konkrete Daten zu nennen, und Demonstrationen in mehreren Städten, einschließlich der Hauptstadt. Damit dürfte der erste Schultag nach den Sommerferien vor allem in Mexiko-Stadt zu einem Alptraum für Autofahrer werden.

Die Gewerkschaft wies die Kritik des Erziehungsministeriums und Teilen der Gesellschaft zurück, wonach die streikenden Lehrer den Kindern ihr Recht auf Bildung verweigern, sowie des Unternehmertums, das Millionen Verluste durch Blockaden von Transportwegen beklagt. Sie bekräftigte ihren Kampf für eine Rücknahme der Reform, wovon „die Kinder profitieren“ würden: „Wir alle teilen die Rechte der Kinder“, betonte Einríquez und fügte hinzu, dass die CNTE den Eltern direkt erklären wolle, warum der Unterricht nicht wieder aufgenommen werde.

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Die Protestaktionen und Streiks gegen die teilweise unausgegorene Bildungsreform begannen bereits vor deren Inkrafttreten vor zwei Jahren. Kritisiert wird vor allem, dass die Reform eher eine Verwaltungsreform des Bildungsapparats bedeute statt eine Verbesserungs des Bildungsniveaus.

Die Kritiken und letztlich die Proteste haben schließlich zum Einlenken der Regierung geführt. Sie bot der CNTE Gespräche an und entließ in den letzten Wochen nach und nach mehrere Führer der berüchtigten Sektion 22 aus Oaxaca gegen Kaution aus dem Gefängnis. Zuvor hatte sich das Erziehungsministerium mit der offiziellen Lehrergewerkschaft SNTE auf Modifizierungen der Reform geeinigt.

In Oaxaca sind die Protestaktionen von zahlreichen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften begleitet worden. Neben Oaxaca sind die am meisten betroffenen Bundesstaaten Guerrero, Chiapas und Michoacán. (dmz/hl)

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