Menschenrechtler: Kritik an Kubas Regierung kann Arbeitsplatz kosten

Über Guatemala nach Mexiko: Kubanische Migranten in Tapachula, Chiapas (Foto: cubaenmiami.com)

 

Mexiko-Stadt, 16. November 2017 – Die kubanische Regierung nutzt ihre Kontrolle über den Arbeitsmarkt Menschenrechtlern zufolge, um kritische Stimmen zu unterdrücken. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) über die Lage in Kuba.

„Viele Menschen in Kuba fühlen sich erstickt von der staatlichen Kontrolle über das tägliche Leben. Teil dieser Kontrolle ist: Wenn du deinen Arbeitsplatz behalten willst, musst du mit allem einverstanden sein, was die Regierung sagt“, erklärte die Amerika-Chefin von AI, . Erika Guevara-Rosas.

Für den Report führte die Organisation Interviews mit mehr als 60 kubanischen Flüchtlingen in Mexiko. Zahlreiche Migranten verloren ihren Arbeitsplatz, nachdem sie sich kritisch über die Verhältnisse in Kuba geäußert hatten. Trotz der zögerlichen wirtschaftlichen Öffnung der sozialistischen Karibikinsel ist der Staat weiterhin der größte Arbeitgeber. Rund 70 Prozent der Jobs sind im öffentlichen Sektor.

„Die meisten der Interviewten sind keine politischen Aktivisten, die öffentlich das System kritisierten“, sagte die Autorin des Berichts, Louise Tillotson. „Meist haben sie sich nur über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen beschwert.“ Ein ehemaliger Leistungssportler erzählte beispielsweise, er habe seinen Job verloren, nachdem er die mangelnde finanzielle Unterstützung seiner Sportart seitens der Regierung moniert habe.

Zwar sei die offene Repression in Kuba zuletzt etwas zurückgefahren worden, aber über die Kontrolle des Arbeitsmarktes unterdrücke die Regierung weiterhin die freie Meinungsäußerung, sagte Guevara-Rosas. „Wenn die Regierung wirklich etwas ändern will, sollte sie die Entlassungen von Arbeitern beenden, um selbst die subtilste Kritik verstummen zu lassen. Solange sie das nicht tut, bleibt das Land ein geistiges Gefängnis.“ (dpa/dmz/hl)

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