Mexiko feiert seine Schutzpatronin: Fünf Millionen Gläubige pilgern zur Basilika de Guadalupe

Aus allen Landesteilen strömen die Pilger zur  Basilika de Guadalupe. Links ist die neue, rechts die alte Basilika zu sehen  (Foto: sociedadtrespuntocero.com)

 

Mexiko-Stadt, 12. Dezember 2017 –  Der 12. Dezember ist für die Katholiken in Mexiko ein heiliges Datum: Es ist der Tag, an dem sie ihre Schutzheilige, die Jungfrau von Guadalupe feiern. Fast fünf Millionen Menschen waren bereits am Vorabend bei der Basilika im Norden der Millionenmetropole angekommen.

Bis zum Ende der Feierlichkeiten werden insgesamt acht Millionen Gläubige erwartet. Es sind Tage zwischen Glauben, Geschäft und Chaos. Für die Sicherheitsbehörden sind die insgesamt drei Tage von der Ankunft der Pilger bis zu ihrer Abreise eine gigantische Herausforderung. Wie der Chef des Stadtbezirks Gustavo A. Madero, Víctor Hugo Lobo Román, am Montagabend mitteilte, sorgen 4500 Bezirksmitarbeiter und 4000 Polizisten sowie freiwillige Helfer wie Sanitäter und Rettungskräfte für die Sicherheit und Versorgung der Menschen. Zum ersten Mal werden auch Drohnen eingesetzt, um das Geschehen aus der Luft zu beobachten.

Der Legende nach erschien die dunkelhäutige Madonna am 9. Dezember 1531 Jahren dem Indiojungen Juandiego auf dem Hügel des Tepeyak.  Zwei Tage hintereinander versuchte der Hirtenjunge vergeblich, zum Bischof vorzudringen, um ihm eine Botschaft von ihr zu bringen. Erst nachdem er Beweise für die Erscheinung der Jungfrau präsentieren konnte, so die Legende, wurde er am dritten Tag schließlich zum Bischof vorgelassen. Juandiego wurde 1990 noch von Papst Johannes Paul II. selig- und 2002 heiliggesprochen. Von Intellektuellen und fortschrittlichen Katholiken wird die Erscheinung bezweifelt. Sie sei von den spanischen Eroberern erfunden worden, um die Azteken zu missionieren.

Dass allein der feste Glaube Wunder bewirken kann, davon zeugen jedes Jahr die Pilger, die die letzten 150 Meter vor dem Bildnis der Marienfigur aus Dank für die Genesung eines Angehörigen, für das bestandene Examen oder die Erfüllung irgendeines großen Wunsches auf Knien rutschen, selbst alte Leute, denen das Opfer sichtlich Schmerzen bereitet.

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An der Stelle der Erscheinung der Jungfrau war zuerst eine Kapelle, dann eine Kirche errichtet worden. Als diese für den von Jahr zu Jahr wachsenden Pilgeransturm zu klein wurde und außerdem gesperrt werden musste, weil das schwere Gebäude aus der Kolonialzeit nach und nach in den weichen Untergrund sackte, entschied man sich, eine neue, große und moderne Kirche zu errichten.

Die neue Basilika de Guadalupe wurde von dem mexikanischen Stararchitekten Pedro Ramírez Vázquez entworfen, 1974 geweiht und 1975 geöffnet. Mit 10.000 Sitzplätzen und Raum für insgesamt 40.000 Besucher gilt sie als eines der größten Kirchengebäude der Welt.

Der Jahrestag der Schutzpatronin und Nationalheiligen wird im ganzen Land mit Volksfesten und Feuerwerken gefeiert und markiert den Beginn des „Festmarathons“, der mit den „Posadas“ vom 16. bis 24. Dezember fortgesetzt wird und am 6. Januar mit dem Tag der Heiligen Drei Könige endet. (dmz/hl)

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