Mexikos Ex-Finanzminister Meade will bei Präsidentenwahl antreten

José Antonio Meade: Wunschkandidat von Präsident Enrique Peña Nieto (Foto: Presidencia)

 

Mexiko-Stadt, 27. November 2017 – Ein gutes halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Mexiko bringen sich die Kandidaten langsam in Stellung. Der parteilose José Antonio Meade will für die Regierungspartei PRI in Rennen gehen. Bislang liegt der Linkspopulist López Obrador in den Umfragen vorn.

Der ehemalige mexikanische Finanzminister José Antonio Meade will der nächste Präsident von Mexiko werden. „Ich werde mich als Kandidat bei den Vorwahlen der Partei der Institutionalisierten Revolution registrieren“, sagte er am Montag bei seiner Abschiedsrede im Finanzministerium. Kurz zuvor hatte er bei Präsident Enrique Peña Nieto seinen Rücktritt eingereicht.

„Ich wünsche ihm Erfolg bei seinen Projekten, die er angehen will“, sagte der Staatschef. Meade gilt als Peña Nietos Wunschkandidat. Der 48-Jährige war im aktuellen Kabinett Außen-, Sozial- und Finanzministerminister. In der Vorgängerregierung von Felipe Calderón war er bereits Energie- und Finanzminister.

Meade gehört keiner Partei an. Als externer Bewerber muss er bis Donnerstag bei der PRI sein Interesse an einer Kandidatur anmelden. Die PRI hatte zuletzt ihre Statuten geändert, um auch Bewerber ohne Parteibuch als Kandidaten zuzulassen. Außerdem dürfen Präsidentschaftskandidaten sechs Monate vor den Wahlen kein öffentliches Amt mehr bekleiden.

Die Regierungspartei PRI will ihren Kandidaten im Februar nominieren. Auch Bildungsminister Aurelio Nuño gilt als möglicher Bewerber. Präsident Peña Nieto darf aus verfassungsrechtlichen Gründen bei der Wahl am 1. Juli 2018 nicht mehr antreten. Meade gilt als Kandidat, der auch die Stimmen konservativer und wirtschaftsnaher Wähler gewinnen könnte.

Die PRI regierte Mexiko ohne Unterbrechung von 1929 bis 2000. Nach zwei konservativen Regierungen ist sie seit 2012 wieder an der Macht. In Umfragen liegt sie derzeit allerdings hinten. Der größte Konkurrent des künftigen PRI-Kandidaten dürfte der Linkspopulist Andrés Manuel López Obrador von der Partei Morena sein.

Mexiko, zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, steht vor einer Reihe von Herausforderungen: Angesichts der Unsicherheit über die Zukunft des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) muss sich das Land neue Handelspartner suchen. Wegen Machtkämpfen innerhalb der Drogenkartelle hat sich zuletzt zudem die Sicherheitslage dramatisch verschlechtert. 2017 ist schon jetzt das blutigste Jahr der jüngeren Geschichte. (dpa/dmz/hl)

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