Mexikos Regierung sagt Hilfe beim Wiederaufbau nach Erdbeben zu

Das eingestürzte Bürohaus an der Álvaro Óbregón stammt noch aus der Zeit vor 1985, wurde aber nachträglich modifiziert (Foto: Screenshot)

 

Mexiko-Stadt, 28. September 2017 – Mutter Natur hat die Mexikaner in den vergangenen Wochen schwer gebeutelt. Hunderte kamen bei zwei Beben und einem Tropensturm ums Leben, Tausende wurden obdachlos. Präsident Peña Nieto verspricht den Opfer schnelle Hilfe.

Nach zwei schweren Erdbeben und einem Tropensturm in Mexiko hat die Regierung den Opfern rasche Unterstützung zugesagt. Es werde Hilfszahlungen und Kredite an Menschen geben, die bei den Beben am 7. und 19. September und im Sturm „Lidia“ ihre Häuser verloren hätten, sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Dienstag in einer Ansprache an die Nation.

„In den Bundesstaaten helfen wir den Familien direkt mit Geld und Material, damit sie Schäden beseitigen oder neue Häuser bauen können“, sagte der Staatschef. Am 7. September hatte ein Beben der Stärke 8,2 die südlichen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas erschüttert. Fast 100 Menschen kamen dort ums Leben und Hunderte Häuser wurden zerstört.

„Es wird Hilfen geben, damit die wirtschaftlichen Aktivitäten in den betroffenen Gebieten wieder aufgenommen werden können. In der Hauptstadt werden wir die Auszahlung der Versicherungsleistungen vereinfachen und beschleunigen“, sagte Peña Nieto. Vor einer Woche hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 das Zentrum von Mexiko erschüttert. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben und Tausende wurden obdachlos.

Auch der Bürgermeister von Mexiko-Stadt stellte einen Plan für den Wiederaufbau vor. Menschen, die ihre Häuser verloren haben, bekämen einfachen Zugang zu Krediten, kündigte Miguel Ángel Mancera an. Eine Kommission soll zudem Soforthilfen für die Opfer organisieren. So erhalten Obdachlose 3000 Pesos (140 Euro) pro Monat, um sich vorübergehend einmieten zu können.

„Heute tritt der Plan für Wiederaufbau in Kraft. Mexiko-Stadt wird widerstandsfähiger daraus hervorgehen», sagte Mancera. In der Millionenmetropole Mexiko-Stadt stürzten 38 Gebäude ein. 500 weitere wurden so stark beschädigt, dass sie entweder abgerissen oder aufwendig verstärkt werden müssen. Mehr als 1300 Häuser müssen renoviert werden.

Auch zahlreiche neuere Bauten stürzten bei dem Beben am 19. September in der Hauptstadt ein. Gegen die Baufirmen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft, weil vermutlich Bauvorschriften nicht eingehalten wurden. Sie müssen gegebenenfalls den Besitzern von Eigentumswohnungen den vollen Preis erstatten. Anzeige ist auch von Seiten des Stadtbezirks Tlalpan gegen die Besitzerin der Vor-, Grund- und Mittelschule Colegio Rébsamen erstattet worden. Sie hatte auf dem Dach des eingestürzten Gebäudeteils eine große Wohnung mit schweren Marmorböden einbauen lassen. Das zusätzliche Geschoss war nicht genehmigt.

Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf 333, davon 194 Menschen in Mexiko-Stadt, ums Leben gekommen, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Dienstag mit. Allein Im Colegio Rébsamen starben 19 Kinder und acht Erwachsene in den Trümmern. Im eingestürzten Bürohaus an der Avenida Óbregón im Stadtteil Roma Norte wurden bis zu diesem Freitag 26 Tote geborgen. In dem Gebäude waren tragende Mauern und Pfeiler ausgebaut worden, um mehr Platz zu gewinnen, und zwei weitere Etagen gebaut – ohne Genehmigung, berichteten verschiedene Medien am Freitag.

Die Sucharbeiten nach Verschütteten dauerten weiter an. „Wir schätzen, dass noch 40 bis 50 Personen unter den Trümmern begraben sein könnten“, sagte Bürgermeister Mancera. „Wir werden ohne Unterlass weiterarbeiten, bis die letzte Person geborgen ist.“ Die Wahrscheinlichkeit, noch Lebende zu bergen, sinkt allerdings mit jedem Tag.

Auch in den benachbarten Bundesstaaten Morelos und Puebla wurden Dutzende Menschen getötet. Zahlreiche historische Gebäude, darunter einige Kirchen aus dem 16. Und 17. Jahrhundert, stürzten entweder zusammen oder wurden schwer beschädigt.

Unter den zahlreichen ausländischen Brigaden und technischen Bausachverständigen aus dem Ausland sind auch Teams des Technischen Hilfswerks (THW) und Experten des International Search and Rescue Germany (I.S.A.R). (dmz/hl mit Material von dpa)

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