Riviera Maya: Deutscher entdeckt längste Unterwasserhöhle der Welt

Das Youtube-Video zeigt faszinierende Einblicke in die längste Unterwasserhöhle der Welt (Screenshot)

 

Tulum, 17. Januar 2018 – 14 Jahre war der deutsche Höhlenforscher Robert Schmittner im Unterwasser-System an der Riviera Maya in Mexiko unterwegs. Jetzt hat sich seine Beharrlichkeit ausgezahlt. Sein Team hat die mit knapp 350 Kilometern längste Unterwasserhöhle der Welt nachgewiesen.

Sie entdeckten dabei nicht eine völlig neue Höhle, sondern konnten zeigen, dass zwei bereits bekannte Systeme miteinander verbunden sind. Höhlentaucher unter der Regie des deutschen Wissenschaftlers Robert Schmittner hätten zehn Monate in den Höhlen Sac Actun und Dos Ojos nahe dem für seine Maya-Ruinen bekannten Küstenort Tulum gearbeitet, teilte die Projektleitung mit. Demnach vermutete Schmittner bereits seit Jahren, dass beide Höhlen miteinander verbunden sind.

Bislang galt die südlich von Tulum gelegene Unterwasserhöhle Ox Bel Ha mit einer Länge von 270 Kilometern als die weltweit längste ihrer Art.

Tulum ist unter anderem für seine Maya-Ruinen in direkter Strandnähe weltberühmt. Im gesamten Bundesstaat Quintana Roo auf er Halbinsel Yucatan gibt es unter der Wasseroberfläche eine Vielzahl riesiger Höhlen (Zenoten). Alleine im Norden sind Forschern 358 Unterwasserhöhlensysteme bekannt.

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„Das war eine Arbeit von mehr als 20 Jahren, Hunderte Kilometer von Unterwasserhöhlen allen voran in Quintana Roo zu erforschen, von denen ich 14 Jahre diesem monströsen Sac Actun-System gewidmet habe“, wurde Schmittner in einer Mitteilung der Organisation Gran Acuífero Maya zitiert.

Das Unterwasserhöhensystem repräsentiert nach Angaben von Guillermo de Anda, Forscher am Nationalen Institut für Archäologie und Geschichte (INAH) und Direktor des Projekts Gran Acuífero Maya, gleichzeitig die bedeutendste archäologische Stätte unter Wasser. Gefunden wurden bei der Expedition von Schmittner unter anderem menschliche Knochen, Tongefäße und Knochen von ausgestorbenen Riesentieren. Damit sei die Höhle eine Referenz für die Erforschung der Besiedlung Amerikas und der Maya. Die Zenoten sind ein bedeutender Bestandteil der Vision der Maya des Universums.

Nun gehe es darum, das Erforschte zu erhalten – und auch weitere Verbindungen zwischen Unterwasserhöhlen zu finden. Unter anderem wollen die Forscher des Projekts nun prüfen, ob zwischen Sac Actun, in deren Namen nun nach Regeln der Höhlenforschung die kleinere Dos Ojos aufgeht, und drei anderen Unterwasserhöhlen in der Nähe eine Verbindung besteht. Auch soll die Tier- und Pflanzenwelt von Sac Actun erforscht und die archäologischen Funde gesichert werden. (dmz/hl mit Material von dpa)

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