Trotz Trumps Drohungen: In Mexiko laufen immer mehr Autos vom Band

Die Autobauer in Mexiko – auf dem Bild in der Audi-Fabrik in Puebla – fertigen mehr Fahrzeuge als jemals zuvor (Foto: Audi AG)

 

Mexiko-Stadt, 8. Januar 2018 – Trotz der Unsicherheit wegen der protektionistischen US-Wirtschaftspolitik fertigen die Autobauer in Mexiko mehr Fahrzeuge denn je. Die Produktion stieg 2017 um 8,9 Prozent auf 3,77 Millionen Autos.

Wie der Verband der mexikanischen Automobilindustrie (Amia) am Montag mitteilte, stieg der Export stieg demnach um 12,1 Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge. Drei Viertel der exportierten Autos gingen in die die USA. „Wir exportieren nicht nur mehr in alle Welt, sondern auch mehr in die USA. Die Exporte stiegen um zehn Prozent und das trotz der Unsicherheit wegen der Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens“, sagte Amia-Präsident Eduardo Solís.

Auf Betreiben der Vereinigten Staaten wird der Nafta-Vertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko derzeit neu verhandelt. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, aus Nafta auszusteigen, sollten die Gespräche scheitern.

Als wichtigste Exportziele nach den USA folgten mit weitem Abstand Kanada (8,6 Prozent) und Deutschland (3,1 Prozent). Der Export nach Deutschland legte gegenüber dem Vorjahr um 22,2 Prozent auf rund 96 700 Fahrzeuge zu. Der Automarkt in Mexiko hingegen schwächelte im vergangenen Jahr: Der Absatz sank um 4,6 Prozent auf 1,53 Millionen.

Event Tickets at TicketNetwork.com

Angesichts der protektionistischen Töne aus dem Weißen Haus war das vergangene Jahr für die mexikanische Autoindustrie von Unsicherheit geprägt. US-Präsident Trump drohte mit Strafzöllen für Autobauer, die ihre Produktion von den Vereinigten Staaten nach Mexiko verlegen. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bislang allerdings nicht bewahrheitet.

Zwar beerdigte Ford seine Pläne für ein neues Werk in Mexiko, andere Autobauer investieren aber weiter kräftig. So baut BMW derzeit eine Fabrik in San Luis Potosí. Ab 2019 soll dort der Großteil der weltweiten Produktion der neuen 3er-Serie vom Band laufen.

Relativ niedrige Löhne, gut ausgebildete Arbeitskräfte, ein großes Netz an Zulieferern und eine solide Infrastruktur machen Mexiko als Produktionsstandort für Automobilhersteller attraktiv. Mittlerweile sind fast alle großen Hersteller in Mexiko vertreten. Bis 2020 will das Land pro Jahr fünf Millionen Autos bauen und der fünftgrößte Automobilstandort der Welt werden. (dpa/dmz/hl)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .