USA: Nafta-Verhandlungen beginnen am 16. August – S&P sieht Mexiko nicht mehr in Gefahr

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Das Logo der Nafta-Länder (Foto: Wikipedia)

 

Washington/New York, 19. Juli 2017  – Die USA und ihre Nachbarländer Kanada und Mexiko wollen vom 16. August an ihr gemeinsames Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln. Das gab der Handelsbeauftragte des Weißen Hauses, Robert Lighthizer, in Washington bekannt. Die Rating-Agentur S&P rechnet unterdessen nicht mehr mit einem Handelskonflikt zwischen Mexiko und den USA.

US-Präsident Donald Trump hatte nach seiner Wahl von einer ursprünglich erwogenen Aufkündigung im Zuge seiner nationalistischen Wirtschaftspolitik abgesehen und erklärt, er wolle das Abkommen modernisieren. Vom 16. bis 20. August soll nun die erste von mehreren Verhandlungsrunden stattfinden. Das Freihandelsabkommen Nafta war am 1. Januar 1994 in Kraft getreten. Die Verhandlungen auf US-Seite soll der bereits seit 1988 im Weißen Haus für den Amerika-Handel zuständige John Melle führen.

Nach den vom Weißen Haus veröffentlichten Verhandlungszielen soll vor allem das Handelsdefizit mit Kanada und Mexiko reduziert werden. Der zollfreie Warenverkehr, etwa für Industrie- und Agrargüter soll weiterhin gewährleistet werden. Die USA wollen sich staatliche Subventionen genauer ansehen, die möglicherweise zu Handelsvorteilen für mexikanische oder kanadische Firmen führen könnten.

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Die USA hatten im vergangenen Jahr ein Handelsdefizit gegenüber Mexiko in Höhe von mehr als 64 Milliarden Dollar. In den ersten fünf Monaten 2017 fielen schon wieder 30 Milliarden Dollar an. Das US-Handelsdefizit mit Kanada fiel mit knapp 11 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr deutlich geringer aus.

 Ratingagentur gibt Entwarnung

Ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump rechnet die Ratingagentur Standard & Poor’s kaum noch mit einem Handelskonflikt zwischen Mexiko und dem großen Nachbarn. Deswegen gibt die Agentur jetzt Entwarnung: Der Ausblick für das langfristige Rating sei von negativ auf stabil angehoben worden, teilte S&P am Mittwoch mit. Die Bonitätseinschätzung selbst bleibe unverändert bei «BBB+»; dies besagt, dass Mexiko nach wie vor als geeigneter Schuldner für eine sichere Geldanlage gilt.

Das Risiko einer steigenden Staatsverschuldung über die kommenden zwei Jahre sei zuletzt gesunken, so die Begründung zum geänderten Ausblick. Auf jüngste Schocks wie die deutliche Abwertung des mexikanischen Peso Ende 2016 habe die Regierung prompt reagiert.

Die Wahl Trumps hatte Sorgen um Mexikos Zukunft entfacht und an den Finanzmärkten den Peso stark unter Druck gesetzt. Trump hatte angekündigt, das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta aufzukündigen und Importe aus Mexiko mit hohen Strafzöllen zu belegen. Inzwischen gehe man aber davon aus, dass sich die USA, Kanada und Mexiko auf ein neues Handelsabkommen einigen werden, das den bisherigen Austausch weitgehend erhalten werde, heißt es bei S&P. Der mexikanische Peso hat sich inzwischen sogar weit über das Niveau vor den US-Wahlen hinaus erholt und ist so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr. (dpa/dmz/hl)

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