Zwei Tote nach schwerem Erdbeben in Mexiko – Warnung vor Tsunami

In Juchitán am Isthmus von Tehuantepec sind zahlreiche Gebäude eingestürzt– im Bild das  kollabierte Rathaus  (Foto:  Screenshot/ Facebook)

 

Mexiko-Stadt,  8. September 2017 – Nach den Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ in den USA bekommt nun auch Mexiko die Naturgewalten heftig zu spüren: Während Hurrikan „Katia“ die Küste von Veracruz am Golf von Mexiko bedroht, hat am späten Donnerstagabend ein heftiges Erdbeben vor der Pazifikküste des Bundesstaats Chiapas den Süden und das Zentrum des Landes erschüttert. Eine Tsunami-Warnung wurde herausgegeben.

Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong wurden zunächst zwei Todesopfer im Bundesstaat Chiapas gemeldet. Auf Facebook wurden schwere Schäden in der Stadt Juchitán an der Pazifikküste von Oaxaca gezeigt. Zu sehen waren Aufnahmen vom zur Hälfte eingestürzten Rathaus der Stadt, von Trümmern auf den Straßen und eingestürzten Ständen. Zahlreiche alte Gebäude der Stadt sollen den Stößen nicht standgehalten haben, Menschen sollen in kollabierten Häusern eingeschlossen sein. Über das soziale Medium wurde um Hilfe für die Stadt aufgerufen, benötigt würden Ambulanzen und Verbandszeug zur Erstversorgung von Verletzten. Ob und wieviele Tote es hier gegeben hat, war am frühen Freitagmorgen noch nicht klar.

Das Beben mit einer Stärke von 8,4 ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá in einer Tiefe von 19 Kilometern, wie auf der Webseite des Seismologischen Instituts in Mexiko am Freitagmorgen zu lesen war. Andere Institute wie die US-Erdbebenwarte USGS hatten zunächst von einer Stärke von 8,0 gesprochen. Für mehrere Länder der Region trat eine vorläufige Tsunami-Warnung in Kraft. Gefährlich hohe Wellen könnten entlang der Küsten von Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua bis nach Ecuador entstehen, hieß es.

Die Erdstöße waren auch in der rund 800 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in den Bundesstaaten Morelos, Puebla, Veracruz, Oaxaca und Guerrero zu spüren. In Mexiko-Stadt meldeten die Elektrizitätswerke zahlreiche Stromausfälle. Über Facebook wurde ein Video vom heftig schwankenden Unabhängigkeitsdenkmal am Paseo de la Reforma verbreitet.

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Zum Zeitpunkt des Bebens ist am Himmel auch ein Wetterleuchten zu beobachten gewesen, vergleichbar mit den Nordlichtern.

Präsident Enrique Peña Nieto hat rasche Notfallmaßnahmen angekündigt. Er habe sofortige Krisensitzungen der zuständigen Regierungsstellen angeordnet, „um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen“, teilte er am frühen Freitagmorgen auf Twitter mit. Er machte sich auf den Weg in das nationale Katastrophenzentrum.

Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen bis zu 4,20 Meter Höhe.

Im Golf von Mexiko ist derzeit zudem der Hurrikan „Katia“ unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen. (dmz/hl mit Material von dpa)

 

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