Architekt Foster baut neuen Flughafen

Der neue Airport der mexikanischen Hauptstadt soll einer der größten der Welt werden. Das Megaprojekt kostet rund sieben Milliarden Euro. Anwohner haben bereits Proteste angekündigt

 

Mexiko-Stadt, 4. September 2014 – Der britische Star-Architekt Norman Foster baut den neuen Flughafen von Mexiko-Stadt. Gemeinsam mit dem mexikanischen Architekten Fernando Romero habe er den Zuschlag für das Großprojekt erhalten, sagte Transportminister Gerardo Ruiz Esparza am Mittwoch bei der Vorstellung des Entwurfs. Am Donnerstag kündigte die Organisation Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra (Volksfront zur Verteidigung des Grundes, FPDT), die bereits 2001 das Projekt des neuen internationalen Flughafens zu Fall gebracht hatte.

Das kreuzförmige Terminal und die neuen Start- und Landebahnen sollen unmittelbar neben dem bisherigen Hauptstadtflughafen Benito Juárez entstehen. Der Bau wird rund 120 Milliarden Pesos (etwa sieben Mrd Euro) kosten und nach Angaben des Transportministeriums bis zu 160 000 Arbeitsplätze schaffen.

Foster hat bereits den Flughafen von Peking und das neue Wembley-Stadion in London gebaut. In Deutschland ist er für die Reichstagskuppel und den Commerzbank Tower in Frankfurt bekannt. 1999 wurde er mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Romero ist der Schwiegersohn des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim. Er baute unter anderem das Museum Soumaya für Slims Kunstsammlung in Mexiko-Stadt.

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Der internationale Flughafen von Mexico City  ist schon kurze Zeit nach seiner aufwändigen Erweiterung inklusive eines neuen Terminals zu Beginn der 2000er Jahre an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Derzeit werden dort pro Jahr 32 Millionen Passagiere abgefertigt,  sagte Ruiz Esparza. Der neue Airport soll eine Kapazität für 120 Millionen Fluggäste haben. Damit wäre er einer der größten Flughäfen der Welt.

Zwar verfügt der Flughafen Benito Juárez über zwei Start- und Landesbahnen, allerdings liegen sie so nahe beieinander, dass sie nicht gleichzeitig genutzt werden können. Nach der ersten Bauphase sollen zwei Pisten simultan betrieben werden können, zu Projektende sechs Start- und Landesbahnen.

Die Idee eines neuen Flughafens in der mexikanischen Hauptstadt ist nicht neu. Bereits 2001 wolle der damalige Präsident Vicente Fox einen neuen Airport im Osten  der Haustadt auf dem Gelände des trocken gelegten Texcoco-Sees  errichten. Die Bauern, die das genossenschaftliche Land (ejidos) bewirtschaften, protestierten jedoch so heftig gegen die Enteignung, dass Vicente Fox schließlich auf die Realisierung des Projekts verzichtete. Über die Grenzen von Mexiko hinaus wurde der Ort San Salvador Atenco berühmt. Hier waren die Proteste besonders heftig und teilweise gewalttätig. Die  Polizei des Bundesstaats reagierte mit übermäßiger Gewalt , zahlreiche Protestler wurden für Jahre inhaftiert – und sind es teilweise noch – sowie misshandelt. Damals war der heutige Präsident Enrique Peña Nieto Gouverneur des Bundesstaats Mexiko (Estado de México, Edomex).

Nach FPDT-Angaben habe die jetzige Regierung den Bauern der betroffenen Genossenschaften die für den Flughafen-Neubau nötigen Grundstücke abgekauft; dies sei teilweise unter Druck unter falschen Versprechungen  möglich gewesen, zitiert die Nachrichtenagentur almomento.mx deinen Sprecher der Organisation.  Aktivisten kaperten einen Bagger, der dort für Drainagearbeiten eingesetzt wird, und hängten ein Protestband auf: “Zapata lebt. Atenco widersetzt sich. Atenco gibt nicht auf”.  (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: almomento.mx)

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