Celac-Gipfel auf Kuba eröffnet

Gewöhnlich kritisch gegenüber den Grossmächten eröffnete Castros Kuba das Treffen lateinamerikanischer und karibischer Staaten. Die Opposition meldete indes Festnahmen.

 

Havanna, 28. Januar – Zum Auftakt des Celac-Gipfels in Havanna hat Kuba vor dem Eingriff fremder Mächte in Lateinamerika und der Karibik gewarnt. Die Grossmächte würden ihre Versuche nicht aufgeben, den verlorenen Einfluss in unseren Ländern zurückzugewinnen sagte Präsident Raúl Castro in der kubanischen Hauptstadt. Im Visier hätten sie die regionalen Ressourcen.

Zum zweitägigen Gipfel der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Celac) sind 33 Länder des amerikanischen Doppelkontinents eingeladen. Das sind alle ausser Kanada und die USA. Die Opposition meldete währenddessen die Festnahme Dutzender Aktivisten.

Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik nahmen am Gipfeltreffen teil, darunter die Präsidenten Enrique Peña Nieto (Mexiko), Dilma Rousseff (Brasilien) und Nicolás Maduro (Venezuela). Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Armutsbekämpfung und die regionale Integration. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wurde als Gast eingeladen.

Event Tickets at TicketNetwork.com

Auch wenn Lateinamerika die erste Region war, in der dank des Vertrags von Tlatelolco eine atomwaffenfreie Zone proklamiert wurde, sei es notwendig, eine Zone des Friedens zu proklamieren, in der für immer der Krieg, die Bedrohung und Gewalt verbannt werden sagte der 82-jährige Castro in seiner Eröffnungsrede. Die Konflikte zwischen Ländern dieser Region müssten auf friedlichem Wege gelöst werden, betonte er.

Der kubanische Staatschef kritisierte scharf die Ausspähung von internationalen Regierungschefs, Organisationen und Unternehmen durch die US-amerikanische NSA. Der verdeckte und illegale Einsatz von Informatiksystemen anderer Nationen, um Drittländern zu schaden, könne internationale Konflikte provozieren, warnte Castro. Der Cyberspace dürfe nicht zu einer Bühne für militärische Operationen werden. In diesem Zusammenhang begrüsste Castro die Initiative Brasiliens, im kommenden April in Sao Paulo das Internationale Forum zur Internet-Ordnungspolitik abzuhalten.

Kurz vor dem Gipfel auf der sozialistischen Karibikinsel meldete die Opposition mehrere Festnahmen. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden in den vergangenen Tagen Dutzende Aktivisten in Gewahrsam genommen. Andere erhielten Warnungen.

Ziel sei es, Proteste und Versammlungen während des Gipfels zu unterbinden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte in einer Pressemitteilung die Castro-Regierung dazu auf, den Angriff auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit unverzüglich zu stoppen.

Die Celac wurde 2010 in Mexiko ins Leben gerufen. Das Forum versteht sich auch als Gegenpol zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die unter dem Einfluss Washingtons steht. (dmz/hl mit Information von dpa)

{fshare}

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Celac-Gipfel auf Kuba eröffnet

Gewöhnlich kritisch gegenüber den Grossmächten eröffnete Castros Kuba das Treffen lateinamerikanischer und karibischer Staaten. Die Opposition meldete indes Festnahmen.

 

Havanna, 28. Januar – Zum Auftakt des Celac-Gipfels in Havanna hat Kuba vor dem Eingriff fremder Mächte in Lateinamerika und der Karibik gewarnt. Die Grossmächte würden ihre Versuche nicht aufgeben, den verlorenen Einfluss in unseren Ländern zurückzugewinnen sagte Präsident Raúl Castro in der kubanischen Hauptstadt. Im Visier hätten sie die regionalen Ressourcen.

Zum zweitägigen Gipfel der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Celac) sind 33 Länder des amerikanischen Doppelkontinents eingeladen. Das sind alle ausser Kanada und die USA. Die Opposition meldete währenddessen die Festnahme Dutzender Aktivisten.

Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik nahmen am Gipfeltreffen teil, darunter die Präsidenten Enrique Peña Nieto (Mexiko), Dilma Rousseff (Brasilien) und Nicolás Maduro (Venezuela). Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Armutsbekämpfung und die regionale Integration. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wurde als Gast eingeladen.

Event Tickets at TicketNetwork.com

Auch wenn Lateinamerika die erste Region war, in der dank des Vertrags von Tlatelolco eine atomwaffenfreie Zone proklamiert wurde, sei es notwendig, eine Zone des Friedens zu proklamieren, in der für immer der Krieg, die Bedrohung und Gewalt verbannt werden sagte der 82-jährige Castro in seiner Eröffnungsrede. Die Konflikte zwischen Ländern dieser Region müssten auf friedlichem Wege gelöst werden, betonte er.

Der kubanische Staatschef kritisierte scharf die Ausspähung von internationalen Regierungschefs, Organisationen und Unternehmen durch die US-amerikanische NSA. Der verdeckte und illegale Einsatz von Informatiksystemen anderer Nationen, um Drittländern zu schaden, könne internationale Konflikte provozieren, warnte Castro. Der Cyberspace dürfe nicht zu einer Bühne für militärische Operationen werden. In diesem Zusammenhang begrüsste Castro die Initiative Brasiliens, im kommenden April in Sao Paulo das Internationale Forum zur Internet-Ordnungspolitik abzuhalten.

Kurz vor dem Gipfel auf der sozialistischen Karibikinsel meldete die Opposition mehrere Festnahmen. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden in den vergangenen Tagen Dutzende Aktivisten in Gewahrsam genommen. Andere erhielten Warnungen.

Ziel sei es, Proteste und Versammlungen während des Gipfels zu unterbinden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte in einer Pressemitteilung die Castro-Regierung dazu auf, den Angriff auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit unverzüglich zu stoppen.

Die Celac wurde 2010 in Mexiko ins Leben gerufen. Das Forum versteht sich auch als Gegenpol zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die unter dem Einfluss Washingtons steht. (dmz/hl mit Information von dpa)

{fshare}

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*