Die korruptesten Mexikaner

Das US-Magazin “Forbes” nennt die zehn korupttesten Mexikaner – fünf ehemalige PRI-Gouverneure sind dabei

 

Mexiko-Stadt, 20. Dezember Es ist nicht gerade neu, was das US-Magazin Forbes dieser Tage veröffentlicht hat: die zehn korruptesten Mexikaner. Normalerweise ist man von “Forbes” die Liste der reichsten Menschen der Welt gewöhnt. Dieses Mal zeigt sie eine für Mexiko wenig rühmliche Liste, die immerhin zu den mächtigsten des Landes gehörten. Unter den “Top Ten”,  die von der ehemaligen Führerin der Lehrergewerkschaft SNTE Elba Esther Gordillo angeführt wird, nennt “Forbes” in ihrer Liste der korruptesten Mexikaner diesen Jahres aber auch fünf ehemalige Gouverneure der PRI und zwei Funktionäre der Regierung von Ex-Präsident Felipe Calderón (PAN) beim Namen.

Die einst so einflussreiche Gewerkschafterin Elba Esther Gordillo sitzt seit Ende Februar in Mexiko-Stadt im Gefängnis, wo sie auf ihren Prozess wartet. Der 68-jährigen werden Steuerbetrug, die Bildung einer kriminellen Vereinigung und illegale Bereicherung vorgeworfen. Bekannt war Gordillo vor allem wegen ihres aufwändigen Lebensstils. Zu ihren Markenzeichen gehörten Handtaschen und Kostüme von Gucci, Prada, Cerruti und anderen internationalen Designermarken. Im Laufe der Jahre an der Spitze der grössten Gewerkschaft Lateinamerikas unterwarf sie sich unzähligen  Schönheitsoperationen in teuren Kliniken in den USA.

Ihr folgt der noch amtierende Generalsekretär der Pemex-Gewerkschaft Carlos Romero Dechamps. Forbes begründet seine Wahl damit, dass er immer unter dem Verdacht unlauterer Einflussnahme zwecks persönlicher Bereicherung steht. “Forbes” weist auch auf den protzigen Lebensstil seiner Söhne und die Millionen-Dollar-Geschenke, die ihnen ihr Vater gemacht hat. In Mexiko wird nun gemunkelt, was nach der nun gebilligten Energiereform mit ihm geschieht. Danach ist die Gewerkschaft nicht mehr im Verwaltungsrat des ölkonzerns vertreten. Aber schon nach der Verhaftung von Elba Esther Gordillo ist nicht nur die Lehrergewerkschaft SNTE ruhiger geworden (während sich die von ihr abgespaltene CNTE radikalisiert hat), sondern auch Dechamps und seine Gewerkschaft verhalten sich auffällig regierungsfreundlich.

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An dritter Stelle erscheint Raúl Salinas de Gortari, nach “Forbes” ein Symbol für Korruption und Straflosigkeit. Der Bruder des ehemaligen Präsidenten sass¸ lange in Haft, wurde 2005 aber von allen Vorwürfen, darunter illegale Bereicherung freigesprochen und bekam alle seine Besitzümer zuruck: 19 Millionen Dollar und 41 Anwesen.

Der ehemalige Sicherheitsminister im Kabinett von Felipe Calderón (PAN) Genaro García Luna, hat es auf den vierten Platz der Foprbes - Liste gebracht. Als Begündung gibt das Magazin an, dass der gefürchtete Politiker das höchste Budget in der sechsjährigen Regierungsperiode erhalten habe und ausserdem einen Blankoscheck vom ehemaligen Präsidenten. Das Magazin bezieht sich auch auf Aussagen des Drogenbosses Edgar Valdéz Villarreal “La Barbie” wonach García Luna während eines Jahrzehnts auf der Gehaltsliste der Organisierten Kriminalität gestanden habe. Genaro García Luna wurde im vergangenen Jahr auch durch den Fall der Französin Florence Cassez über die Grenzen Mexikos bekannt, weil er deren Festnahme illegal für die Medien hat inszenieren lassen. Sie kam nach einer Revision durch das Oberste Verfassungsgericht Mexikos im Januar 2013, knapp zwei Monate nach der Amtsübernahme von Präsident Enrique Peña Nieto (PRI) nach neun Jahren im Gefängnis in Mexiko-Stadt frei und kehrte in ihre Heimat zurück. García Luna hält sich im Ausland auf.

Auf den Plätzen fünf bis neun finden sich ehemalige PRI-Gouverneure: Andrés Granier aus Tabasco, der in einer aufgenommen Unterhaltung damit prahlte, 400 Paar Schuhe, 300 Anzüge und 1000 Hemden zu besitzen. Der Politiker, der in Haft ist, soll ausserdem staatliche Gelder für sich selbst genutzt haben. Ihm folgt der ehemalige Gouverneur von Tamaulipas, Tomás Yarrington., ebenfalls von der PRI. Er wird von der US-Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht, darunter Geldwäsche und Bestechung durch Drogenhändler.

An siebter Stelle steht der ehemalige Gouverneur von Coahuila, Humberto Moreira, der dafür verantwortlich gemacht wird, dass unter seiner sechsjährigen Amtszeit die Schulden seines Bundesstaats von 200 Millionen Dollar auf 35 Milliarden US-Dollar gewachsen sind. Moreira war 2012 als Präsident der PRI gewählt worden, musste aber wegen der Vorwürfe gleich wieder zurücktreten. Forbes weist auf das Luxusleben, das Moreira zusammen mit seiner Familie in Barcelona führt.

Unrühmlich nennt Forbes auch das Verhalten des ehemaligen Gouverneurs vom Estado de México, Arturo Montiel. Den neunten. Platz auf seiner Liste begründet das US-Magazin damit, dass der PRI-Politiker die Justiz beeinflusst habe, damit seine Ex-Frau Maude Versini ihre Kinder nicht mehr sehen konnte. Laut Forbes hat sich Montiel aus der Politik zurückgezogen, nachdem der Verdacht aufkam, millionenschwere Anwesen in Mexiko und Frankreich erworben zu haben.

Auf dem zehnten Platz steht Alejandra Sota, Sprecherin von Ex-Präsident Felipe Calderón. Gegen sie wird ermittelt wegen Veruntreuung und illegaler Einflussnahme. Laut Forbes steht sie unter dem Verdacht, während ihrer Amtszeit Freunde mit Regierungsaufträgen begünstigt zu haben.

Das Magazin hat die Liste der korruptesten Mexikaner eingeführt, nachdem sich Mexiko bei der globalen Antikorruptionsgruppe International Transparency den Titel als korruptestes Land in Lateinamerika geholt hat. In ihrem Index für die Korruptionswahrnehmung 2013 kommt Mexiko unter 177 Ländern auf den 106. Platz. Gegenüber 2012 ist Mexiko um einen Punkt zurückgefallen aber damals haben auch nur 176 Länder teilgenommen. (dmz/hl mit Information von almomento.mx)

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Die korruptesten Mexikaner

Das US-Magazin “Forbes” nennt die zehn korupttesten Mexikaner – fünf ehemalige PRI-Gouverneure sind dabei

 

Mexiko-Stadt, 20. Dezember Es ist nicht gerade neu, was das US-Magazin Forbes dieser Tage veröffentlicht hat: die zehn korruptesten Mexikaner. Normalerweise ist man von “Forbes” die Liste der reichsten Menschen der Welt gewöhnt. Dieses Mal zeigt sie eine für Mexiko wenig rühmliche Liste, die immerhin zu den mächtigsten des Landes gehörten. Unter den “Top Ten”,  die von der ehemaligen Führerin der Lehrergewerkschaft SNTE Elba Esther Gordillo angeführt wird, nennt “Forbes” in ihrer Liste der korruptesten Mexikaner diesen Jahres aber auch fünf ehemalige Gouverneure der PRI und zwei Funktionäre der Regierung von Ex-Präsident Felipe Calderón (PAN) beim Namen.

Die einst so einflussreiche Gewerkschafterin Elba Esther Gordillo sitzt seit Ende Februar in Mexiko-Stadt im Gefängnis, wo sie auf ihren Prozess wartet. Der 68-jährigen werden Steuerbetrug, die Bildung einer kriminellen Vereinigung und illegale Bereicherung vorgeworfen. Bekannt war Gordillo vor allem wegen ihres aufwändigen Lebensstils. Zu ihren Markenzeichen gehörten Handtaschen und Kostüme von Gucci, Prada, Cerruti und anderen internationalen Designermarken. Im Laufe der Jahre an der Spitze der grössten Gewerkschaft Lateinamerikas unterwarf sie sich unzähligen  Schönheitsoperationen in teuren Kliniken in den USA.

Ihr folgt der noch amtierende Generalsekretär der Pemex-Gewerkschaft Carlos Romero Dechamps. Forbes begründet seine Wahl damit, dass er immer unter dem Verdacht unlauterer Einflussnahme zwecks persönlicher Bereicherung steht. “Forbes” weist auch auf den protzigen Lebensstil seiner Söhne und die Millionen-Dollar-Geschenke, die ihnen ihr Vater gemacht hat. In Mexiko wird nun gemunkelt, was nach der nun gebilligten Energiereform mit ihm geschieht. Danach ist die Gewerkschaft nicht mehr im Verwaltungsrat des ölkonzerns vertreten. Aber schon nach der Verhaftung von Elba Esther Gordillo ist nicht nur die Lehrergewerkschaft SNTE ruhiger geworden (während sich die von ihr abgespaltene CNTE radikalisiert hat), sondern auch Dechamps und seine Gewerkschaft verhalten sich auffällig regierungsfreundlich.

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An dritter Stelle erscheint Raúl Salinas de Gortari, nach “Forbes” ein Symbol für Korruption und Straflosigkeit. Der Bruder des ehemaligen Präsidenten sass¸ lange in Haft, wurde 2005 aber von allen Vorwürfen, darunter illegale Bereicherung freigesprochen und bekam alle seine Besitzümer zuruck: 19 Millionen Dollar und 41 Anwesen.

Der ehemalige Sicherheitsminister im Kabinett von Felipe Calderón (PAN) Genaro García Luna, hat es auf den vierten Platz der Foprbes - Liste gebracht. Als Begündung gibt das Magazin an, dass der gefürchtete Politiker das höchste Budget in der sechsjährigen Regierungsperiode erhalten habe und ausserdem einen Blankoscheck vom ehemaligen Präsidenten. Das Magazin bezieht sich auch auf Aussagen des Drogenbosses Edgar Valdéz Villarreal “La Barbie” wonach García Luna während eines Jahrzehnts auf der Gehaltsliste der Organisierten Kriminalität gestanden habe. Genaro García Luna wurde im vergangenen Jahr auch durch den Fall der Französin Florence Cassez über die Grenzen Mexikos bekannt, weil er deren Festnahme illegal für die Medien hat inszenieren lassen. Sie kam nach einer Revision durch das Oberste Verfassungsgericht Mexikos im Januar 2013, knapp zwei Monate nach der Amtsübernahme von Präsident Enrique Peña Nieto (PRI) nach neun Jahren im Gefängnis in Mexiko-Stadt frei und kehrte in ihre Heimat zurück. García Luna hält sich im Ausland auf.

Auf den Plätzen fünf bis neun finden sich ehemalige PRI-Gouverneure: Andrés Granier aus Tabasco, der in einer aufgenommen Unterhaltung damit prahlte, 400 Paar Schuhe, 300 Anzüge und 1000 Hemden zu besitzen. Der Politiker, der in Haft ist, soll ausserdem staatliche Gelder für sich selbst genutzt haben. Ihm folgt der ehemalige Gouverneur von Tamaulipas, Tomás Yarrington., ebenfalls von der PRI. Er wird von der US-Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht, darunter Geldwäsche und Bestechung durch Drogenhändler.

An siebter Stelle steht der ehemalige Gouverneur von Coahuila, Humberto Moreira, der dafür verantwortlich gemacht wird, dass unter seiner sechsjährigen Amtszeit die Schulden seines Bundesstaats von 200 Millionen Dollar auf 35 Milliarden US-Dollar gewachsen sind. Moreira war 2012 als Präsident der PRI gewählt worden, musste aber wegen der Vorwürfe gleich wieder zurücktreten. Forbes weist auf das Luxusleben, das Moreira zusammen mit seiner Familie in Barcelona führt.

Unrühmlich nennt Forbes auch das Verhalten des ehemaligen Gouverneurs vom Estado de México, Arturo Montiel. Den neunten. Platz auf seiner Liste begründet das US-Magazin damit, dass der PRI-Politiker die Justiz beeinflusst habe, damit seine Ex-Frau Maude Versini ihre Kinder nicht mehr sehen konnte. Laut Forbes hat sich Montiel aus der Politik zurückgezogen, nachdem der Verdacht aufkam, millionenschwere Anwesen in Mexiko und Frankreich erworben zu haben.

Auf dem zehnten Platz steht Alejandra Sota, Sprecherin von Ex-Präsident Felipe Calderón. Gegen sie wird ermittelt wegen Veruntreuung und illegaler Einflussnahme. Laut Forbes steht sie unter dem Verdacht, während ihrer Amtszeit Freunde mit Regierungsaufträgen begünstigt zu haben.

Das Magazin hat die Liste der korruptesten Mexikaner eingeführt, nachdem sich Mexiko bei der globalen Antikorruptionsgruppe International Transparency den Titel als korruptestes Land in Lateinamerika geholt hat. In ihrem Index für die Korruptionswahrnehmung 2013 kommt Mexiko unter 177 Ländern auf den 106. Platz. Gegenüber 2012 ist Mexiko um einen Punkt zurückgefallen aber damals haben auch nur 176 Länder teilgenommen. (dmz/hl mit Information von almomento.mx)

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