Falscher Alarm: Schneegestöber statt Blizzard in New York

Von historischen Rekordwerten war der Schneefall in New York weit entfernt (Foto: Anthony Quintano / Flickr)

 

New York, 27. Januar 2015 – Vorm größten Schneesturm in der Geschichte New Yorks hatten Meteorologen gewarnt, Tausende Flüge wurden vorsichtshalber gestrichen, Schulen geschlossen. Am Ende entpuppt sich der „Juno“ getaufte Sturm jedoch als längst nicht so schlimm wie befürchtet. Ein Experte des Nationalen Wetterdienstes zeigt sich reuig.

„Bei keinem Thema wird in den USA so schnell und routiniert Alarm geschlagen wie beim Wetter“. So schrieb die DMZ gestern über den drohenden Blizzard an der US-Ostküste, den Meteorologen als „größten Schneesturm in der Geschichte von New York City“ angekündigt hatten. „Hurrikan-ähnliche Windstärken ohne jede Sicht“ wurden für manche Gegenden erwartet.

Aus heutiger Sicht lässt sich ergänzen: Oft wird auch etwas zu viel Alarm geschlagen. Entgegen der Vorhersagen war New York von einem Unwetter weit entfernt. Auch insgesamt lud der Wintersturm an der Ostküste der USA längst nicht so viel Schnee ab wie befürchtet, auch die befürchteten Sturmböen blieben aus.

Glück gehabt oder Panikmache?

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So hob der Nationale Wetterdienst am Dienstagmorgen die Blizzard-Warnung für New York auch rasch auf. Warnungen vor einem heftigen Schneesturm galten am Dienstag lediglich noch für die nordöstlich gelegene Neuengland-Region mit der Großstadt Boston.

„Wir sind gerade noch einmal davonkommen“, sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio dem TV-Sender CNN. „Dies ist bei weitem nicht das, was wir befürchtet hatten.“

Nicht alle New Yorker sahen die Sache so entspannt. Auf Twitter sprachen viele von Panikmache, darunter auch Wetterexperten. So etwa @DTVaWeatherman, der die Aussagen des zuletzt omnipräsenten Gesichts des Nationalen Wetterdienstes, Gary Szatkowskis, schlicht als schlecht empfand.

Meteorologe Szatkowski: „Es tut mir leid“

Dieser entschuldigte sich daraufhin öffentlich auf Twitter. „Meine tiefsten Entschuldigungen“, schrieb Gary Szatkowski. „Sie haben viele Entscheidungen getroffen, weil sie von uns erwarteten, richtig zu liegen, und das taten wir nicht. Nochmals: Es tut mir leid.”

Auch der Wetterdienst OccuWeather bezog auf Twitter Stellung. Man habe sich bei der Vorhersage auf das falsche Wettermodell zur Vorhersage gestützt, schrieben die Experten.

Andere sahen die Sache hingegen mit Humor:

Fluggesellschaften hatten angesichts der Warnungen des Nationalen Wetterdienstes noch vor der ersten Schneeflocke rund 3.500 Flüge abgesagt, U-Bahnen in New York fuhren nur noch eingeschränkt. Schulkinder in New Jersey wurden am Montag ab dem Mittag früher nach Hause geschickt und konnten am Dienstag ganz zu Hause bleiben. (dmz/ds mit Material von dpa)

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