Feindseligkeit in Schuldenstreit

Buenos Aires, 24. September 2014 – Die argentinische Regierung hat die Einstellung der Bundesregierung zur Schuldenkrise des südamerikanischen Staates als „feindselig“ bezichtigt. „Deutschland hat stets eine feindselige Haltung Argentinien gegenüber gezeigt“, erklärte am Mittwoch Kabinettschef Jorge Capitanich auf einer Pressekonferenz in Buenos Aires. Die Regierung der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe auf diese Weise die Hedgefonds begünstigt, die in einem Prozess in den USA die Zahlungseinstellung der argentinischen Staatsschuld erzwungen haben. Capitanich reagierte auf Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die am Mittwoch von Hedgefonds in einer bezahlten Anzeige in argentinischen Zeitungen zitiert wurden.

 

Argentinien sei über Jahrzehnte das „Muster an Unsolidität“ gewesen und sei es immer noch, hatte Schäuble Ende August in Berlin gesagt. Das Land lebe seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse, bediene seine Schulden nicht und sei vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten. Die Worte Schäubles wurden von der Lobby-Gruppe American Task Force Argentina (ATFA) in einer ganzseitigen Anzeige zitiert.

Die ATFA wird unter anderen von Elliott Associates getragen, dem Finanzimperium des US-Milliardärs Paul Singer, dessen Hedgefonds NML Capital in New York einen Prozess gegen Argentinien gewonnen hat. Nach dem Urteil dürfen Inhaber argentinischer Anleihen nur ausgezahlt werden, wenn auch die Hedgefonds bedient werden, die eine Auszahlung des Nominalwerts der von ihnen aufgekauften Staatsanleihen fordern. Argentinien weigert sich, das Urteil zu befolgen. Als Folge befindet sich der südamerikanische Staat deshalb technisch gesehen erneut in der Staatspleite. (dpa/dmz/hl)

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