Hollande auf Besuch in Mexiko

Frankreichs Präsident François Hollande auf Staatsbesuch in Mexiko – Luftfahrt-Universität in Querétaro

 

Mexiko-Stadt, 10. April 2014 – Frankreich und Mexiko wollen ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Beim Besuch des französischen Präsidenten François Hollande in Mexiko-Stadt unterzeichneten Vertreter beider Staaten 42 Verträge in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Finanzen, Luftfahrt, Energie und Bildung.

„Wir wollen den Handel zwischen unseren Nationen erhöhen, sagte Hollande am Donnerstag. Seit dem Inkrafttreten eines Freihandelsabkommens zwischen Mexiko und der EU hat das Volumen deutlich zugenommen. Frankreich steht als Handelspartner Mexikos an 15. Stelle. Auch im Bildungsbereich wollen die beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten.

Hollande und seine Delegation waren gegen Mitternacht mit einem Airbus340 in Mexiko-Stadt angekommen und am Flughafen von einem Komitee unter Außenminister Außenminister José Antonio Meade begrüßt worden. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto empfing seinen französischen Gast am Morgen mit militärischen Ehren auf dem Campo Marte am Chapultepec-Park. In seiner Begrüßungsrede erinnerte an den Besuch von Charles de Gaulle vor 50 Jahren in Mexiko.

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“General Charles de Gaulle war ein Mann, der in unserer Nation und der ganzen Welt Spuren hinterlassen hat”, sagte Peña Nieto, während Hollande die „tiefen kulturellen, wirtschaftlichen und historischen Bindungen“ zwischen beiden Ländern hervorhob. „Beide Länder haben sich bewundert und über Generationen gegenseitig unterstützt“, sagte Hollande. „Jetzt schlagen wir eine neue Seite zwischen Frankreich und Mexiko auf.”  Wirtschaftliche Entwicklung, Schutz der Erde, Sicherheit seien gemeinsame Herausforderungen. “Rechnen Sie mit Frankreich”, versprach der Franzose während der Begrüßungszeremonie. Sein Staatsbesuch sei ein “starkes Symbol, ein Freundschaftsbeweis zwischen unseren beiden Nationen.”

Frankreich und Mexiko werden in einigen Bereichen eng zusammenarbeiten. Frankreich werde Mexiko bei der Schaffung der geplanten Nationalen Gendarmerie unterstützen. Im Finanzbereich kündigten die Präsidenten die Förderung von Krediten für Importe zwischen beiden Ländern an. Im Energiesektor bezieht sich die Zusammenarbeit auf die Nutzung von Nuklearenergie für friedliche Zwecke (Mexiko betreibt im Bundesstaat Veracruz das bisher einzige Nuklearkraftwerk Mexikos und im Estado de México ein Nuklearforschungsinstitut, Anm. d. Redaktion), auf die Rohölförderung und auf Aktionen gegen den Klimawandel. Unterzeichnet wurden verschiedene Absichtserklärungen, darunter zur Kooperation bei der Entwicklung einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik.

Die Autonome Nationale Universität von Mexiko (UNAM) wird an der Sorbonne in Paris ein Zentrum für mexikanische Studien einrichten. Außerdem soll das Stipendienprogramm erweitert werden.

Beide Präsidenten unterstrichen den Wunsch nach einer noch engeren Beziehung zwischen Mexiko und Frankreich. “Dieser Besuch markiert das Wiedertreffen zwischen Frankreich und Mexiko”, betonte Peña Nieto, ohne direkt auf das gestörte Verhältnis zwischen beiden Ländern während der Regierung seines Vorgängers Felipe Calderón einzugehen. Seinerzeit hatte der Fall der Französin Florence Cassez das bilaterale Verhältnis erheblich belastet und ging sogar soweit, dass ein großes mexikanisches Kulturfestival in Frankreich abgesagt worden war.

Cassez war wegen Kontakten zu einer Entführerbande zu 60 Jahren Haft verurteilt worden. Anfang vergangenen Jahres kassierte der Oberste Gerichtshof das Urteil, weil sowohl bei ihrer Festnahme als auch in ihren beiden Gerichtsverfahren die Menschenrechte der Französin massiv missachtet worden waren. Sie kam im Januar 2013, knapp zwei Monate nach der Amtsübernahme von Präsident Enrique Peña Nieto nach neun Jahren im Gefängnis in Mexiko-Stadt frei und kehrte in ihre Heimat zurück.

Auszeichnung für mexikanischen Chemienobelpreisträger Mario Molina

Während seines Besuches will Hollande den mexikanischen Chemienobelpreisträger Mario Molina mit der Ehrenlegion auszeichnen. Der französische Staatspräsident erhält den höchsten mexikanischen Orden für Ausländer, den Aztekenadler am Bande (Orden Mexicana del Águila Azteca, en grado de Collar).

Der zweitägige Staatsbesuch des französischen Präsidenten endet am Freitag. Zuvor eröffnen Hollande und Peña Nieto eine mexikanisch-französische Luftfahrt-Universität im Bundesstaat Querétaro. Zudem wollen die beiden Staatsschefs ein Hubschrauberwerk von Airbus besuchen. Auf dem Programm steht außerdem ein Zusammentreffen mit dem Gouverneur des Bundesdistrikts, Miguel Ángel Mancera. Dabei wird er sich ins Goldene Buch der Hauptstadt eintragen. (dmz/hl mit Material von dpa)

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