Initiative für straffällige Kinder

Regierung setzt auf integrale Betreuung der Familien durch Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen – rund 10.000 Fälle in der Hauptstadt

 

Mexiko-Stadt, 9. April 2014  – Mit einer neuen bundesweiten Initiative will Mexiko-Stadt den Umgang mit strafunmündigen Kindern regeln und setzt damit vor allem auf ganzheitliche Betreuung der betroffenen Familien. „Denn Kinder haben keine Schuld daran, in welche Situationen Erwachsene sie manchmal hineinwerfen“, sagte der Regierungschef des Bundesdistrikts, Miguel Ángel Mancera, bei der Präsentation der Initiative. Sie soll in die bereits bestehende Initiative „Zehn für die Kindheit“ (“10 por la Infancia”) integriert werden, die die Hauptstadtregierung zusammen mit dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF sowie mit weiteren Regierungs- und Bildungsinstitutionen unterstützt.

Das „Protokoll für eine ganzheitliche Betreuung von Mädchen und Jungen unter zwölf Jahren, die strafauffällig geworden sind und von der Staatsanwaltschaft erfasst  werden“ (“Protocolo para la Atención Integral de Niñas y Niños Menores a 12 Años de Edad Referidos por la Procuraduría para su Asistencia Social”). ist das erste seiner Art in Mexiko. Es sei ein besonderes Anliegen der Hauptstadtregierung, diese Kinder zu schützen, müssten geschützt werden, damit sie nicht noch mehr auf die sogenannte „schiefe Bahn“ geraten, so Mancera.

Der Schutz der individuellen Rechte strafauffälliger Kinder unter zwölf Jahren, die bereits von der Generalstaatsanwaltschaft des Hauptstadtdistrikts erfasst worden sind, soll im Mittelpunkt stehen. Dazu sollen Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen zu den Kindern und ihren Familien gehen, um diese gezielt und umfassend zu unterstützen.

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„Heute haben wir detaillierte Angaben, wie wir bei Familieninterventionen vorgehen müssen. Wir müssen dabei besonders mit den Erwachsenen arbeiten, damit sie nicht die Rechte der Kinder verletzen“, sagte Mancera. Was als einfache Aufgabe erscheine, sei in wirklich eine hochkomplexe, spezielle Herausforderung, stellte der Regierende Bürgermeister des Bundesdistrikts  klar. Die Kinder sollen verstehen, dass es Institutionen gebe, auf die sie zählen können und die ihnen ihre Rechte garantierten.

Nach Angaben des Direktors für die Integrale Familienentwicklung im Hauptstadtdistrikt (DIF-DF), Gustavo Gamaliel Martínez Pacheco, gibt es in Mexiko-Stadt rund 10 000 Fälle, bei denen eine psychologische bzw. pädagogische Intervention nötig sei. Für sie sei dieses Protokoll gedacht. Viele dieser Kinder seien Zeugen von Gewalt oder sogar selbst Opfer. „Wir müssen die Entwicklung dieser Kinder sichern und ihr Recht, einfach Mädchen oder Junge zu sein. Einfach ihr Recht, glücklich zu sein“, appellierte Martinez.

Kinder, die mit dem Justizsystem konfrontiert werden, würden oftmals von der Gesellschaft oder der Politik im Stich gelassen, beklagte die Vorsitzende der Menschenrechtskommission des Hauptstadtdistrikts, Perla Gómez Gallardo, sie begrüße deshalb die Initiative. „Kinder haben Rechte, besonders auf eine Integration in die Gesellschaft.“

Wichtige juristische Institutionen und Bildungseinrichtungen haben ihre Zusammenarbeit zugesichert, darunter der Oberste Lokalen Gerichtshofs (TSJDF) und die Nationale Schule für Sozialarbeit an der UNAM und das Institut für Sozialarbeit an der UAM Xochimilco. Dessen Direktorin Patricia Emilia Alfaro Moctezuma lobte das Protokoll als „praktischen Meilenstein, um die Menschenrechte der Mädchen und Jungen“ zu stärken. (dmz/mik/hl)

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