Jagd auf ein Drogenkartell

In der mexikanischen Provinz Michoacán machen Sicherheitskräfte Jagd auf die Anführer eines Drogenkartells. Damit die Gewalt nicht auf andere Regionen überspringt, riegeln sie den Bundesstaat ab.

 

Mexiko-Stadt/Apatzingan, 22. Januar (dpa) – Eine Woche nach Beginn der massiven Sicherheitsoffensive in der Unruheprovinz in Michoacán haben Soldaten und Polizisten den Bundesstaat im Westen des Landes abgeriegelt. Damit solle die Bevölkerung in den benachbarten Regionen geschützt werden, teilte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong nach einem Treffen mit den Gouverneuren der sechs anliegenden Bundesstaaten sowie ranghohen Militärs und dem Generalstaatsanwalt mit.

Sicherheitskräfte patrouillierten an den Grenzen und kontrollierten Reisende, berichtete die Zeitung Reforma unter Berufung auf Teilnehmer des vertraulichen Treffens. Zudem würden die Bundesstaaten bei der Luftüberwachung und der Auswertung von Geheimdienstinformationen kooperieren.

Mexikos Regierung befürchtet, dass sich Mitglieder des Drogenkartells “Caballeros Templarios” (Tempelritter) in benachbarte Bundesstaaten absetzen könnten. Anfang vergangener Woche waren zusätzliche Soldaten und Bundespolizisten nach Michoacán verlegt worden, nachdem es dort zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürgerwehren und mutmasslichen Kartellmitgliedern gekommen war.

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Bereits wenige Tage nach Beginn der Sicherheitsoffensive in Michoacán hatten Streitkräfte und Bundespolizei in der Unruheregion an Boden gewonnen und die am heftigsten umkämpften Ortschaften darunter vor allem Apatzingan unter staatliche Kontrolle gebracht.

Nach Angaben des Sprechers des Nationalen Systems für öffentliche Sicherheit, Monte Alejandro Rubido, wurden über 300 lokale Polizisten für eine Sicherheitsüberprüfung in andere Landesteile gebracht. Die städtischen Polizisten stehen in Mexiko häufig im Sold der Verbrechersyndikate.

Angesichts des hohen Fahndungsdrucks suchen die Tempelritter offenbar nach neuen Verbündeten. Es gebe Hinweise darauf, dass sie eine Allianz mit dem Kartell Beltrán Leyva schmiedeten, um ihre Kontrolle über Michoacán aufrechtzuerhalten, berichtete die Zeitung «El Universal» unter Berufung auf Ermittlerkreise.

 Die Bürgerwehren begrüssten indessen die jüngste Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte. Sie leisten eine gute Arbeit sagte Hipólito Mora, einer der Wortführer der Bewegung, dem Sender Radio Fórmula. Zudem stellte er ein baldiges Ende der Einsätze der Selbstverteidigungsgruppen in Aussicht. Zunächst müssten allerdings die mächtigsten Anführer der Caballeros Templarios festgenommen werden. Vorher seien sie nicht bereit, die Waffen niederzulegen.

Am Sonntag hatten die Sicherheitskräfte bereits einen wichtigen Regionalchef der Tempelritter gefasst. Die einflussreichsten Anführer des Kartells, Servando Gómez Martínez alias La Tuta und Enrique Plancarte, befinden sich allerdings weiterhin auf freiem Fuss. Ich bin mir sicher, dass sie die anderen auch noch festnehmen werden sagte Mora im Gespräch mit dem Radiosender MVS. (dmz/hl)

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In der mexikanischen Provinz Michoacán machen Sicherheitskräfte Jagd auf die Anführer eines Drogenkartells. Damit die Gewalt nicht auf andere Regionen überspringt, riegeln sie den Bundesstaat ab.

 

Mexiko-Stadt/Apatzingan, 22. Januar (dpa) – Eine Woche nach Beginn der massiven Sicherheitsoffensive in der Unruheprovinz in Michoacán haben Soldaten und Polizisten den Bundesstaat im Westen des Landes abgeriegelt. Damit solle die Bevölkerung in den benachbarten Regionen geschützt werden, teilte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong nach einem Treffen mit den Gouverneuren der sechs anliegenden Bundesstaaten sowie ranghohen Militärs und dem Generalstaatsanwalt mit.

Sicherheitskräfte patrouillierten an den Grenzen und kontrollierten Reisende, berichtete die Zeitung Reforma unter Berufung auf Teilnehmer des vertraulichen Treffens. Zudem würden die Bundesstaaten bei der Luftüberwachung und der Auswertung von Geheimdienstinformationen kooperieren.

Mexikos Regierung befürchtet, dass sich Mitglieder des Drogenkartells “Caballeros Templarios” (Tempelritter) in benachbarte Bundesstaaten absetzen könnten. Anfang vergangener Woche waren zusätzliche Soldaten und Bundespolizisten nach Michoacán verlegt worden, nachdem es dort zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürgerwehren und mutmasslichen Kartellmitgliedern gekommen war.

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Bereits wenige Tage nach Beginn der Sicherheitsoffensive in Michoacán hatten Streitkräfte und Bundespolizei in der Unruheregion an Boden gewonnen und die am heftigsten umkämpften Ortschaften darunter vor allem Apatzingan unter staatliche Kontrolle gebracht.

Nach Angaben des Sprechers des Nationalen Systems für öffentliche Sicherheit, Monte Alejandro Rubido, wurden über 300 lokale Polizisten für eine Sicherheitsüberprüfung in andere Landesteile gebracht. Die städtischen Polizisten stehen in Mexiko häufig im Sold der Verbrechersyndikate.

Angesichts des hohen Fahndungsdrucks suchen die Tempelritter offenbar nach neuen Verbündeten. Es gebe Hinweise darauf, dass sie eine Allianz mit dem Kartell Beltrán Leyva schmiedeten, um ihre Kontrolle über Michoacán aufrechtzuerhalten, berichtete die Zeitung «El Universal» unter Berufung auf Ermittlerkreise.

 Die Bürgerwehren begrüssten indessen die jüngste Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte. Sie leisten eine gute Arbeit sagte Hipólito Mora, einer der Wortführer der Bewegung, dem Sender Radio Fórmula. Zudem stellte er ein baldiges Ende der Einsätze der Selbstverteidigungsgruppen in Aussicht. Zunächst müssten allerdings die mächtigsten Anführer der Caballeros Templarios festgenommen werden. Vorher seien sie nicht bereit, die Waffen niederzulegen.

Am Sonntag hatten die Sicherheitskräfte bereits einen wichtigen Regionalchef der Tempelritter gefasst. Die einflussreichsten Anführer des Kartells, Servando Gómez Martínez alias La Tuta und Enrique Plancarte, befinden sich allerdings weiterhin auf freiem Fuss. Ich bin mir sicher, dass sie die anderen auch noch festnehmen werden sagte Mora im Gespräch mit dem Radiosender MVS. (dmz/hl)

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