Kleine Weltreise auf dem Zócalo: Mexiko-Stadt lädt zur „Feria de las Culturas Amigas“

Mit einer farbenfrohen Show der Nationen feierte die neunte Ausgabe der „Feria de las Culturas Amigas“ auf dem zentralen Zócalo von Mexiko-Stadt ihren Auftakt (Fotos: GDF)

 

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 14. Mai 2015 – Haben Sie vergessen, ein Souvenir aus Afrika, Japan oder Chile mitzubringen? Oder vielleicht Lust auf belgische Pralinen, britisches Bier oder chilenische Empanadas? Vielleicht auch Heimweh nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz? Dann sollten Sie dieser Tage den Zócalo von Mexiko-Stadt besuchen. Dort sind 94 Länder bis Ende Mai zu Gast.

Zum neunten Mal geht in Mexiko-Stadt die „Feria de las Culturas Amigas“ über die Bühne, zum zweiten Mal auf dem Zócalo, eine Mischung aus Festival und Messe der mit Mexiko befreundeten Nationen. In diesem Jahr präsentieren sich 94 Länder aus sämtlichen Kontinenten mit ihren landestypischen kulinarischen Spezialitäten und Getränken, Kunst und Kunsthandwerk , Informationen über Wirtschaft, Bildung und Wissenschaften sowie Kulturveranstaltungen.

Auch Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vertreten, außerdem die Europäische Union mit einem eigenen Stand. Gastland ist in diesem Jahr Großbritannien, aus Anlass der 200 Jahre währenden diplomatischen Beziehungen mit Mexiko,  der mit einem mexikanisch-britischen Jahr gefeiert wird.

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Raum genug gibt es im Herzen von Mexikos Hauptstadt für die Stände der 94 befreundeten Nationen

Fast 170 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, von Musik, Tanz und Theater über Ausstellungen, Lesungen und Konferenzen bis zu Filmvorführungen und Workshops. Zu den Höhepunkten dürften die Konzerte von populären Bands und Künstlern auf der Hauptbühne auf dem Zócalo zählen, darunter Sonex, Antidoping, Centavrvs, Sonora Dinamita, Siddharta, Reyno, Caloncho und Hello Seahorse!. Neu ist in diesem Jahr auch, dass einige Veranstaltungen des Festivals an anderen Orten im Historischen Zentrum stattfinden. Für Liebhaber der schönen Künste und der Literatur empfehlen sich u. A.  die Konferenz „Leonora im surrealistischen Land“ von der Schriftstellerin Elena Poniatowska und das Flötenkonzert von Horacio Franco unter dem Titel  „Una urbe musical“. Außerdem wird den beiden in diesem Jahr gestorbenen Schriftstellern Günter Grass und Eduardo Galeano eine Hommage gewidmet. Am Galerie-Zaun des Chapultepec-Parks ist eine Fotoausstellung mit den schönsten Momenten der „Feria de las Culturas Amigas“ aus den letzten Jahren zu sehen.    

Eröffnet wurde die Messe vom Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, mit einem Aufruf zum Frieden in der Welt

Eröffnet wurde die Messe, die wegen der Wahlkampagne dieses Mal statt 14 nur elf Tage dauert, am Donnerstag vom Regierungschef des Bundesdistrikts und Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera. Die 94 Nationen auf dem Zócalo seien ein Aufruf für den Frieden in aller Welt, sagte Mancera. „Hier können die Bewohner von Mexiko-Stadt erfahren, was auf der Welt in der Gastronomie, in der Kultur und der Kunst geschoeht und was die Menschen der Nationen, die uns begleiten, ausmacht.“

Auf dem deutschen Stand finden die Gäste neben verschiedenen Kuchen, Brotsorten und gebratenen Würtschen auch Kartoffelsalat und – natürlich! – deutsches Bier und viele andere Spezialitäten, die besonders bei Landsleuten sehr gefragt sind.

Die Messe gehört inzwischen zu einer Tradition in der mexikanischen Hauptstadt. Sie wurde 2009 ins Leben gerufen, um den Nationen zu danken, die sich in der Krise im Zusammenhang mit  der Schweinegrippe solidarisch mit Mexiko gezeigt haben. Bis 2014 ging die „Feria de las Culturas Amigas“ jedes Jahr im Mai auf dem Paseo de la Reforma über die Bühne.

Seit letztem Jahr wird das Fest vor der majestätischen Kulisse der Kathedrale, dem Nationalpalast und der Stadtverwaltung gefeiert. Mexiko-Stadt ist wieder mit einem riesigen Pavillon vertreten. Das diesjährige Thema lautet hier „Arte y Ciudad“ (Kunst und Stadt).

Raum ist auf dem Platz der Verfassung, im Volksmund „Zócalo“ genannt, genug: er ist nach derm Platz des Himmlischen Friedens in Peking und dem Roten Platz in Moskau der drittgrößte der Welt. Allerdings: Sehr glücklich waren viele Aussteller mit dem Wechsel von der Reforma zum Zócalo nicht. Hauptkritikpunkt: Es darf tagsüber nirgendwo geparkt werden, und für den Nachschub ist das besonders problematisch. Vielleicht sind die Verkehrspolizisten in diesem Jahr ja etwas nachsichtiger.

Die „Feria de las Cultura Amigas“ findet vom 14. bis 25. Mai 2015 in Mexiko-Stadt auf dem Zócalo statt. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 11:00 bis 22:00 Uhr und Samstag 11:00 bis 20:00 Uhr. (dmz/hl/ds)

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