Mehr als 3000 kubanische Migranten in Costa Rica gestrandet

 

Kubanische Flüchtlinge auf dem gefährlichen Weg in das „gelobte Land“ USA (WordPress)

San José, 24. November 2015 – Fast 3200 Flüchtlinge aus dem sozialistischen Karibikstaat Kuba hängen in Costa Rica fest. Nachdem das Nachbarland Nicaragua seine Grenzen geschlossen hat, können die Kubaner ihre Reise durch Mittelamerika in die Vereinigten Staaten vorerst nicht fortsetzen.

Den kubanischen Migranten war, trotz fehlender Reiseunterlagen, in der vergangenen Woche von den costa-ricanischen Behörden die Erlaubnis zur Weiterfahrt nach Nicaragua gestattet worden. Worauf die Behörden an der nicaraguanischen Grenze tausende Kubaner abgewiesen und wieder zurück in das Nachbarland Costa Rica geschickt haben. Die Flüchtlinge harren seitdem in der Grenzregion aus. Stimmen von Seiten Nicaraguas werden laut, dass Costa Rica durch sein Handeln eine „humanitäre Krise“ an der gemeinsamen Grenze ausgelöst hat. „Die Zahl der Migranten steigt von Tag zu Tag“, sagte ein Beamter der costa-ricanischen Einwanderungsbehörde am Dienstag.

Zuletzt gab es Berichte aus mehreren Lateinamerikanischen Ländern über die verstärkte Ankunft von kubanischen Migranten. Auch nach Mexiko strömen immer mehr Flüchtlinge. Wie die Deutsche-Mexiko-Zeitung bereits berichtete, kamen laut offiziellen Angaben in diesem Jahr bislang fast fünfmal mehr kubanische Flüchtlinge als im gesamten Jahr 2014 in Mexiko an.

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In den vergangenen Wochen hatten immer mehr Kubaner ihre Heimat Richtung USA verlassen. Wegen der Annäherungen zwischen Washington und Havanna befürchten sie offenbar, bald nicht mehr so einfach wie bisher eine Aufenthaltserlaubnis in den USA zu erhalten. Bislang können Migranten aus dem sozialistischen Karibikstaat einfach politisches Asyl in den USA beantragen, auch wenn sie illegal einreisen. Das wird sich wohl nach dem bevorstehenden Wandel der US-Kuba-Politik ändern. Die Regierungen in Washington und Havanna nahmen im Juli nach einer jahrzehntelangen Eiszeit die diplomatische Beziehungen wieder auf.

Kuba: USA für Flüchtlingskrise verantwortlich

Inzwischen macht die Regierung Kubas die USA für die Flüchtlingskrise verantwortlich. Das Problem werde von der US-Migrationspolitik verursacht, teilte das Außenministerium in Havanna am vergangenem Dienstag mit. Die US-Gesetze ermunterten mit ihrer Sonderbehandlung kubanischer Migranten den illegalen Migrationsstrom in der Region, hieß es.

Hilfe für die kubanischen Flüchtlinge in der Grenzregion und Klarheit im Umgang mit dieser angespannten Situation soll ein Treffen in El Salvador bringen. Teilnehmer der Krisensitzung sind die Außenminister der Region, aber auch der Chefdiplomaten des Zentralamerikanischen Integrationssystems (Sica) und Vertreter aus Kuba, Ecuador, Kolumbien und Mexiko nehmen an der Sitzung teil und beraten über einen Ausweg aus der Krise.

Die mittelamerikanische Bischofskonferenz rief inzwischen die Regierungen der Region dazu auf, einen humanitären Korridor für die Kubaner einzurichten. Nicaragua hingegen zeigte sich nicht kompromissbereit. Costa Rica solle die Kubaner von der Grenze wegbringen, sagte Regierungssprecherin Rosario Murillo. (dmz/ /vs/hl mit Material von dpa)

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