Mexiko will erstmals Leichtöl aus den USA importieren

 

 

Ölförderinsel des mexikanischen Staatskonzerns Pemex (Foto: Pemex.com)

Mexiko-Stadt, 8. Januar 2015 –  Die Vereinigten Staaten und Mexiko verhandeln über einen besonderen Deal: Bis zu 100.000 Barrel US-Leichtöl sollen täglich über die Grenze nach Mexiko fließen. Im Gegenzug will der Ölkonzern Pemex Schweröl ins Nachbarland exportieren. Damit soll die heimische Treibstoffproduktion angekurbelt werden.

Mexiko will erstmals Leichtöl aus dem Nachbarland USA einführen. Der Staatskonzern Petróleos Mexicanos (Pemex) verhandele mit den Vereinigten Staaten über den Import von täglich bis zu 100.000 Barrel (159 Liter), teilte das Unternehmen mit. Im Tausch sollen die USA mexikanisches Schweröl erhalten.

Seit 1970 ist der Export von Erdöl aus den USA gesetzlich untersagt. Allerdings kann die Regierung Ausnahmen genehmigen, wie bereits für Kanada.

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Mexiko will mit dem Tauschgeschäft seine Raffinerien besser auslasten und mehr Treibstoff produzieren. Gleichzeitig soll durch die Beimischung des US-Öls die Herstellung besonders schwefelhaltiger Raffinerieprodukte sinken, die derzeit nicht stark nachgefragt werden.

Mexiko ist der zehntgrößte Erdölproduzent der Welt. Trotz großer Erdölvorkommen muss das Land derzeit jedoch die Hälfte seines Benzinbedarfs importieren. 

Ausländische Firmen dürfen wieder in Mexikos Ölindustrie investieren

Seit diesem Jahr dürfen sich erstmals seit Jahrzehnten auch wieder private Investoren aus dem Ausland in der mexikanischen Ölindustrie beteiligen. Die von der Regierung beschlossene Energiereform sieht eine Liberalisierung des Sektors vor. Diese ist auch dringend nötig.Das massive Abschöpfen der Gewinne hat den Staatskonzern Pemex langsam ausbluten lassen. Jahrzehntelang wurde kaum in moderne Technik investiert, bei anspruchsvollen Förderverfahren wie in der Tiefsee oder in Schiefergasvorkommen hinkt Pemex nun hinterher.

Die tägliche Erdölförderung ging von 3,4 Millionen Barrel (159 Liter) im Jahr 2004 auf zuletzt 2,5 Millionen Barrel zurück.Nun braucht Pemex frisches Geld und externes Know-how. Die ersten Verträge für Joint Ventures sollen im ersten Quartal 2015 ausgeschrieben werden. Es geht um 109 Felder für die Exploration und 60 für die Förderung.

Das Energieministerium rechnet mit Investitionen von 50,5 Milliarden Dollar (41,2 Mrd. Euro) in den ersten vier Jahren. (dmz/dpa/ds; Foto: Pemex.com)

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