Mexikos Präsident wittert Verschwörung hinter Protesten

Militärs bauen die Tribünen und Absperrgitter wieder ab. Die Militärparade zum 20. November wurde abgesagt (Foto: almomento.mx)

 

Allein in Mexiko-Stadt stehen am Gedenktag zum Ausbruch der Revolution vor 104 Jahren drei Demonstrationsmärsche an. In zahlreichen mexikanischen Städten und im Ausland sind ebenfalls Protestmärsche geplant. Mexikos Präsident wittert Verschwörung hinter Studenten-Protesten.

Mexiko-Stadt, 19. November 2014 –  Die traditionelle Militätparade am 20. November im Gedenken an den Ausbruch der mexikanischen Revolution (1910-1917) ist in Mexiko-Stadt aus Sicherheitsgründen offiziell abgesagt worden. Stattdessen findet eine Zeremonie im Campo Marte statt. Am Mittwochabend wurden die Absperrgitter am zentralen Zócalo entfernt.

An diesem Donnerstag werden mehrere Protestzüge durch die Hauptstadt ziehen, um ihre Solidarität mit den 43 Ende September in Iguala verschleppten und mutmaßlich getöteten Studenten zu demonstrieren und gegen die Regierung von Enrique Peña Nieto zu protestieren. Demonstrationen stehen auch in  zahlreichen anderen Städten Mexikos sowie im Ausland, darunter in Berlin und München, an.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto vermutet hinter den Protesten nach dem Verschwinden der Studenten in Guerrero eine Destabilisierungskampagne von Regierungsgegnern. «Es sieht manchmal so aus, als wollten sie soziale Unruhen schüren und die nationalen Projekte angreifen, die wir vorantreiben», sagte der Staatschef am Dienstag.

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Seit dem mutmaßlichen Mord an den 43 Studenten sind im ganzen Land Zehntausende Menschen friedlich auf die Straße gegangen. Am Rande der friedlichen Proteste kam es aber auch immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Hinter den Krawallen steckten Gegner der jüngsten Reformen seiner Regierung, sagte Peña Nieto. Sie nutzten die Empörung über das Verschwinden der Studenten aus, um Gewalttaten zu verüben. Die Regierung werde Gewalt nicht tolerieren, warnte er, sagte er am Mittwoch. Der Einsatz von Staatsgewalt gegen Demonstranten sei jedoch das „allerletzte Mittel“, um Krawallen zu begegnen.

Angehörige und Freunde der verschwundenen Studenten des Lehrerseminars in Ayotzinapa sowie Studenten verschiedener staatlicher und privater Universitäten, Gewerkschaften und soziale Organisationen werden am Donnerstag von drei Stellen in Mexiko-Stadt zum Zócalo marschieren.  

Geplant ist um 10:00 Uhr außerdem eine Blockade mehrerer Zufahrtsstraßen zum Internationalen Flughafen (AICM), meldete die Tageszeitung „Excélsior“ am Mittwochabend. Blockiert werde die Zufahrt an vier Punkten: Circuito Interior Höhe Eje 1 Norte; Avenida 47 ab Calzada Ignacio Zaragoza; Zufahrt zur Schnellstraße zum Terminal 2 und Circuito Interior in Höhe der Metrostation Oceanía .

Ein Demonstrationszug beginnt um 17:00 Uhr am Engel der Unabhängigkeit; um 18:00 startet eine weitere Karawane vom Revolutionsdenkmal; ebenfalls um 18:00 Uhr zieht eine weitere Gruppe vom Platz der Drei Kulturen zum Zócalo.

Unabhängig davon starten Studenten des Instituto Politécnico Nacional (IPN) um 11:30 Uhr eine Demonstration am Revolutionsdenkmal zum Erziehungsministerium im Historischen Zentrum.  (dmz/hl; mit Material von dpa; Foto: www.almomento.mx)

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