PAN Skandal

Mexiko-Stadt, 14. August 2014 –  Die konservative Oppositionspartei PAN muss sich in dieser Woche mit einem Riesenskandal befassen. Ausgelöst wurde er von einem Video, auf dem der Fraktionschef der Partei und sein Stellvertreter, Luis Alberto Villarreal und Jorge Villalobos , zu sehen sind, wie sie mit Prostituierten tanzen. Parteipräsident Gustavo Madero setzte die beiden am Mittwoch ab.

 

Zuvor hatte ein Online-Magazin das Video von den beiden Abgeordneten auf einer privaten Feier im Badeort Puerto Vallarta gezeigt. Darauf waren die beiden Politiker zu sehen, wie sie auf einer Tanzfläche zwei knapp bekleidete Frauen im Arm hielten. Dem Magazin zufolge wurden die Frauen in Nachtclubs am Rande eines PAN-Abgeordnetentreffens im Januar im Pazifikbadeort Puerto Vallarta engagiert.

Villareal bezeichnete das Video als “außergewöhnliche und professionell vorbereitete Falle“. Er sei zu einer privaten Party von einem Privatmann eingeladen worden, der nichts mit Politik zu tun habe. Er wisse nicht, wer das Video gedreht habe, sagte Villareal und kündigte an, Anzeige zu erstatten. „Diese Art von Videos sind illegal.“ Er betonte, dass die Feier nicht mit öffentlichen oder Parteigeldern bezahlt worden sei. Drahtzieher des Videos, glauben einige PAN-Politiker, sei die Regierungspartei PRI.

Der Auftritt der beiden Politiker hat nicht nur zu einem Schrei der Entrüstung in den eigenen Reihen geführt. Der ehemalige Präsident und PAN-Politiker Felipe Calderón bezeichnete das das Verhalten der beiden Parteikollegen als „peinlich und beschämend und dieser Partei unwürdig“. „Was ich sehe ist ein Prozess der Demütigung und des moralischen Verfalls, der Korruption. Ich weiß nicht, wo dies hinführen wird. Das ist eine Schande, mehr kann man dazu nicht sagen“, betonte der Ex-Präsident am Rande der Vorstellung seines Buches „Los retos que enfrentamos“ (Die Herausforderungen, vor deren wir stehen) im Club de Industriales in Mexiko-Stadt.

Dass das Video auch dem Parteivorsitzenden der PAN, Gustavo Madero, schaden könne, fürchtet die PAN-freundliche Tageszeitung „La Razón“: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass zwei Männer des öffentlichen Lebens sich für unantastbar halten  nicht auf die Idee gekommen sind, in ihrem Privatleben für politische Zwecke ausspioniert zu werden.“ Darin liege wohl einer der Schlüssel für die Krise der PAN.

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In Wirklichkeit befände sich die Partei in einer schweren Identitätskrise. Die Partei habe nicht ohne Probleme den Übergang von der Regierungs- zur Oppositionspartei geschafft. Der Skandal breche just in dem Moment aus, wo sie die Route für die nächsten Monate festlegen muss. 2015 stehen in Mexiko Zwischenwahlen an. In 17 Bundesstaaten werden neue Gouverneure, Abgeordnete und Bürgermeister gewählt.

Zum Nachfolger von Luis Alberto Villareal wurde José Trejo Reyes bestimmt, bisher Präsident der Steuer- und Finanzkommission im Parlament. (dmz/hl; Foto: www.almomento.mx)

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