Skulpturen und Installationen

 

 

Die am Mittwoch im Museum Tamayo für Zeitgenössische Kunst eröffnete Ausstellung zeigt, mit wie viel Kreativität und Witz sie aus Gegenständen, die sonst im Müll landen, neue Formen schafft.

Mexiko-Stadt, 2. Mai 2014 – Wie aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen Kunst wird, hat der legendäre Düsseldorfer Maler, Bildhauer und Aktionskünstler Joseph Beuys (1921-1986) mit seinen skurrilen Installationen in Europa vorgemacht. Die 1961 in Brasilien geborene Künstlerin Jac Leiner stellte sich in den 1990er Jahren an die Spitze einer transnationalen Generation, die die Kunst der 1960er und 1970er Jahre als Ausgangspunkt für eigene Kreationen nahm. In ihrer Ausstellung „Funciones de una viariable“ führt sie im Museo Tamayo vor, wie unendlich die Variationen eines Objekts sein können, seien es Zigarettenschachteln, Taschen, Decken, Geldscheine oder Visitenkarten.

Im Laufe ihres Lebens hat Jac Leirner alle Zigarettenschachteln, die sie während ihrer dreijährigen Rauchphase leergeraucht hat, Plastiktüten von Museen, Aschenbecher, Visitenkarten und Lineale aus verschiedenen Materialien sowie zahlreiche andere Objekte gesammelt. Daraus hat sie Skulpturen und Installationen geschaffen, mit denen sie eine kreative Antwort gibt auf Serienproduktion, Wiederholung, Umlauf und Konsum von Gebrauchsgütern gibt.

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Anlässlich der Ausstellung – der ersten von Jac Leiner in Mexiko – wurde das Buch “Jac Leiner im Gespräch mit Adele Nelson” vorgestellt, das von der Fundación Cisneros/Colección Patricia Phelps de Cisneros herausgegeben wird und in dem sich die Brasilianerin den Fragen der Kunsthistorikerin Adele Nelson stellt. „Die Objekte gehören alle zu uns, sie tragen die Geschichte der Kunst in sich, sind aber mit unserer Erfahrung verbunden. Ich versuche, den Dingen einen Körper oder einen Raum zu geben, den sie nicht haben, und ihnen eine Geschichte zu schaffen, die wächst und eine kleine Hommage ist für die Künstler, die mein Werk geschaffen haben, denn ohne sie gäbe es dieses nicht“, sagte Leirner im Interview mit dem Direktor der Stiftung/Kollektion Jumex, Patrick Charpenel bei der Präsentation.

Mit ihren Skulpturen verfolge sie nicht das Konzept „ready made“, vielmehr wolle sie den Objekten plastisch Ausdruck verleihen. Es sei nicht darum gegangen, zu sammeln, sondern um die Zeit, die sie gebraucht habe, um daraus die Werke zu schaffen, erklärte Leirner, „Ich habe 20 Jahre gewartet, um zum Beispiel die Serie Cromático Precario (verschiedene Prospekte, die sie im Zuge der Entwicklung der Farben komponiert hat, Anm. d. Red.) oder 15 Jahre, um die Tüten von Museen zusammen zu haben.“  Die Zeit sei präsent in den Arbeiten, „man muss warten, bis sie sich anpasst und sie den Dingen anzusehen ist; sie ist ein Bestandteile, auch wenn sie so subjektiv und abstrakt ist“, fügte sie hinzu.

Die Ausstellung ist auf acht Säle verteilt und ist bis mindestens August 2014 zu sehen. Ein genaues Datum steht nach Aussagen des Museums noch nicht fest (Museo Rufino Tamayo, Paseo de la Reforma No. 51 / esq. Gandhi, Col. Bosque de Chapultepec, Del. Miguel Hidalgo. Eintritt: 19.00 Pesos, Dienstag bis SOnntag 10:00 bis 18:00 Uhr). Buch: Jac Leiner In conversation with/En conversación con Adele Nelson, Fundación Cisneros/Colección Patricia Phelps de Cisneros, ISBN: 9780982354445, englisch/spanisch. (dmz/hl)

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