„El Chapo” nach Ciudad Juárez verlegt – baldige Auslieferung an die USA?

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Seit Januar saß „El Chapo” im Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Bundesstaat México ein, aus dem er im Juli zuvor getürmt war. Am Samstag kam er im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez an. (Foto: pbs.org)

Mexiko-Stadt, 8. Mai 2016 – Die USA fordern seine Auslieferung – nun ist der nach zweifacher Flucht wieder geschnappte Drogenboss „El Chapo” dem Land ganz nah. Es wird mit Spannung erwartet, ob Mexiko ihn überstellen wird – gegenüber den US-Behörden könnte er über seine Kontakte zu mexikanischen Beamten und Politikern sprechen.

Der berüchtigte mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo” Guzmán ist in ein Gefängnis an der Grenze zu den USA verlegt worden. In einer Geheimoperation wurde der langjährige Boss des Sinaloa-Kartells am Samstag vom Gefängnis Altiplano im Zentrum des Landes in das Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez transportiert. Dies bestätigte die mexikanische Regierung. Guzmáns Angehörige hatten behauptet, er sei im Gefängnis Altiplano mit Schlafentzug gefoltert worden, was die Behörden aber bestritten.

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Wie die Zeitung „El Universal” berichtete, erfolgte der Transport per Flugzeug und dann per Hubschrauber. Die Verlegung von „El Chapo („Der Kurze”) ist Teil einer Strategie der Regierung, um die Inhaftierung besonders gefährlicher Häftlinge sicherer zu gestalten. Seit September kam es der Regierung zufolge zu 7400 Verlegungen.

Die USA haben die Auslieferung beantragt, diese könnte dann von dem Gefängnis in Ciudad Juárez erfolgen. Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche vor. Der einst mächtigste Drogenhändler der Welt könnte dann auch auspacken über seine Kontakte zu mexikanischen Beamten und Politikern. Guzmán gelang bereits zwei Mal die Flucht aus Hochsicherheitsgefängnissen, beim letzten Mal im Juli 2015 auf abenteuerliche Weise durch einen Tunnel im Gefängnis Altiplano.

Der 1,5 Kilometer lange Tunnel führte bis in die Dusche seiner Zelle, war professionell gebaut und verfügte über elektrisches Licht, Luftzufuhr und ein Schienensystem. Im Januar war er wieder gefasst worden. Auf seiner Flucht gab er dem US-Schauspieler Sean Penn ein Interview. Penn berichtete, Guzmán habe seine Ingenieure für den Tunnel zu einer dreimonatigen Fortbildung nach Deutschland geschickt. (dmz/dpa/sw)

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