Heftige Chemie-Explosion in Coatzacoalcos: Tote und Verletzte

21 04 Raffinierieexplosion Veracruz kl

 

Der petrochemische Komplex “Pajaritos” fliegt in die Luft – die heftige Explosion versetzt die 270.000 Einwohner der Hafenstadt Coatzacoalcos in Angst und Schrecken. (Foto: expresioneconomica.org)

Coatzacoalcos, 21. April 2016 – Eine gewaltige Explosion hat drei Arbeiter einer Raffinerie in Mexiko getötet, hundert weitere werden verletzt. Schwarzer Rauch steigt in den Himmel, die Gegend wird evakuiert. Doch alles sei unter Kontrolle, heißt es vom staatlichen Erdölkonzern Pemex. Wieso es zu der Explosion kam, ist bisher noch ungeklärt.

In einem petrochemischen Werk im Osten Mexikos sind bei einer Explosion drei Menschen getötet und mindestens 136 weitere verletzt worden. Darunter waren 13 Schwerverletzte, wie der Erdölkonzern Pemex am späten Mittwochabend mitteilte. Demzufolge konnten 48 Menschen nach kurzer Behandlung die Krankenhäuser wieder verlassen. Bei allen Opfern handelte es sich um Arbeiter der Raffinerie der Firma PMV in der Hafenstadt Coatzacoalcos, Verwaltungsbezirk im Südosten des Bundesstaats Veracruz. PMV ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Pemex und der petrochemischen Firma Mexichem.

Das Firmengelände und die Nachbarschaft des Betriebs seien evakuiert worden, sagte die Chefin des Zivilschutzes des Bundesstaates Veracruz, Yolanda Gutiérrez Carlín, im Fernsehen. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes und Feuerwehrleute waren an der Brandbekämpfung im Industriekomplex beteiligt. Die Polizei riegelte das Gebiet ab. Nach Angaben des Bundeschefs des Katastrophenschutzes, Luis Felipe Puente, konnten rund 2000 Menschen, die zunächst in Sicherheit gebracht worden waren, in ihre Häuser zurückkehren.

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Die Ursache der Explosion war zunächst unbekannt. Eine Untersuchung solle beginnen, sobald sich der betroffene Bereich abgekühlt habe, teilte der Staatskonzern nach einer Pressekonferenz mit. Nach der Explosion seien sofort alle Leitungen und Ventile geschlossen worden. Die Situation sei unter Kontrolle. Die Opferzahlen seien allerdings vorläufig und könnten sich noch ändern.

Im Fernsehen war zu sehen, wie dichter, schwarzer Rauch über der Raffinerie aufstieg. Die Druckwelle sei noch in zehn Kilometern Entfernung zu spüren gewesen und habe in der Innenstadt von Coatzacoalcos Fensterscheiben zu Bruch gehen lassen, sagte der Gouverneur von Veracruz im TV-Sender Televisa. Die Bevölkerung wurde zunächst aufgerufen, die Häuser nicht zu verlassen. Die Wolke löse sich allerdings schnell auf und sei damit weniger giftig, teilte Pemex mit. Luftmessungen hätten ergeben, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe.

Gouverneur Duarte und Pemex-Direktor José Antonio González Anaya begaben sich zum Unglücksort. In Coatzacoalcos und angrenzenden Gemeinden sollten die Schulen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Später twitterte der Gouverneur, der in Lateinamerika übliche Abendunterricht solle am Donnerstag stattfinden.

Präsident Enrique Peña Nieto sagte den Arbeitern und Anwohnern der Raffinerie Unterstützung zu. Die Firma PMV stellt Vinylchlorid her – eine Grundsubstanz für die Herstellung von Plastikrohren. (dmz/sw mit Material von dpa)

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