Hurrikan „Maria“ peitscht über Puerto Rico hinweg

Straße in San Juan nach Ankunft von Wirbelsturm „Maria“ (Foto: Screenshot/RT)

 

Von Denis Düttmann

San Juan, 20. September 2017 – Der gefährliche Wirbelsturm „Maria“ bringt heftigen Wind und starken Regen auf das US-Außengebiet in der Karibik. Dächer werden abgedeckt, Flüsse treten über die Ufer, Bäume knicken um. Die Regierung warnt vor dem schlimmsten Sturm der Geschichte.

„Maria“ reißt Dächer von den Häusern, rüttelt an den Fenstern und knickt Bäume um. Als der Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf Puerto Rico prallt, suchen viele Menschen Schutz auf der Toilette. Fensterlose Badezimmer gelten bei tropischen Wirbelstürmen als der sicherste Ort.

In Hato Ray reißt der Hurrikan Fenster aus ihren Verankerungen, in Barceloneta stürzen Telefonmasten um, in Río Piedras werden erste Häuser überschwemmt. „Halte durch, Puerto Rico. Gott ist bei uns. Wir sind stärker als jeder Hurrikan. Gemeinsam werden wir wieder aufstehen“, sagt Gouverneur Ricardo Rosselló am Mittwoch.

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Im Norden der Insel treten die Flüsse Río Grande de Loíza und Río La Plata über die Ufer. „Das ist sehr gefährlich. Der Wasserstand ist auf einem historischen Niveau“, sagt Ernesto Morales vom Wetterdienst.

„Maria“ dürfte für das US-Außengebiet einer der schwersten Wirbelstürme der Geschichte werden. Seit über 85 Jahren hatte kein so starker Hurrikan das US-Außengebiet mehr direkt getroffen. Die Behörden warnen vor Orkanböen, Sturmfluten und heftigem Regen. Stundenlang tobt „Maria“ über der Insel.

In Patillas rettet die Polizei eine Frau und ihren zwölfjährigen Sohn. „Sie waren in einem Haus mit Zementfundament und einem Dach aus Zink und Holz“, erzählt der Polizist Antonio Lebrón der Zeitung „El Nuevo Día“. „Das Dach flog weg und sie suchten Schutz im Bad.“ Beim nächsten Notruf können Beamte nichts mehr zu. Zu heftig peitscht der Sturm bereits über die Insel hinweg. „Wir können nicht raus“, sagt Lebrón.

Gouverneur Ricardo Rosselló rief die Bewohner dazu auf, sich schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen. „Das ist eindeutig der schlimmste Hurrikan in der Geschichte von Puerto Rico“, sagt der Regierungschef im Interview der „Today Show“. „Die Bedingungen verschlechtern sich rapide. Es gibt heftigen Wind und starken Regen.“

Die Behörden haben 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel eingerichtet. In Gefahr sind alle dreieinhalb Millionen Puerto Ricaner. US-Präsident Donald Trump bezeichnete „Maria“ auf Twitter als „Monster-Hurrikan“. Den Puerto Ricanern sprach er seine Unterstützung aus. „Seid vorsichtig, wir sind mit unseren Herzen bei euch – und werden da sein, um zu helfen.“

Der Sturm hat auf seinem Zug durch die Karibik bereits schwere Verwüstungen auf der Insel Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. Auf Dominica knickten Bäume um, Häuser wurden beschädigt und Straßen überflutet. „Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann“, schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit auf Facebook und sprach von „großflächiger Zerstörung“.

Der Hilfsfonds für Dominica berichtete von sieben Toten. Die Regierung bat um Hubschrauber, um Hilfsgüter in abgelegene Gebiete bringen zu können. Auch Baumaterial zum Ausbessern beschädigter Häuser werde gebraucht, hieß es.

In Guadeloupe sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere würden nach einem Schiffbruch immer noch vermisst, berichteten der Sender Franceinfo und andere französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die örtliche Präfektur.

Ein Opfer sei am Dienstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, hieß es. Eine andere Person sei an der Küste gestürzt. Auf Bildern aus Guadeloupe waren zahlreiche umgeknickte Bäume zu sehen. 80 000 Haushalte waren laut Präfektur zunächst ohne Strom.

Erst kürzlich war Hurrikan „Irma“ durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen hinterlassen. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In vielen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten noch an, während sich die Menschen nun für den nächsten Sturm wappnen müssen. (dpa/dmz/hl)

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