Celac-Staaten wollen Agenda gegen Armut auf den Weg bringen

Am Flughafen wurden die lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs empfangen (Foto: celac2015.go.cr)

 

Heredia, 28. Januar 2015 – In Costa Rica haben sich die Staatschefs Lateinamerikas und der Karibik zum jährlichen Celac-Gipfel versammelt. Ganz oben auf dem Programm steht die Bekämpfung der Armut in den Ländern. Kubas Präsident Castro nutzte die Gelegenheit für einen persönlichen Appell in Richtung USA.

Costa Ricas Präsident Luis Guillermo Solís hat zum Auftakt des Gipfels der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños, Celac) zum Kampf gegen die Armut aufgerufen. „Die Region muss eine Agenda vorantreiben, die die spezifischen Entwicklungsbedürfnisse unserer Länder berücksichtigt“, sagte der Staatschef am Mittwoch im Gipfelort San Antonio de Belén. In der Region leben 167 Millionen Menschen in Armut.

Der dritte Celac-Gipfel dauert noch bis Donnerstag. Der Gemeinschaft gehören alle amerikanischen Staaten an außer den USA und Kanada. Die 2011 gegründete Celac soll ein Gegengewicht zu der US-dominierten Organisation Amerikanischer Staaten sein. In diesem Jahr ist Costa Rica Gastgeberland.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hatte seine Teilnahme am Gipfel kurzfristig abgesagt. Als Grund führte ein Sprecher „Änderungen im Terminplan“ an. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Peña Nieto ein Gipfeltreffen auslässt. Anfang des Jahres hatte er seine Teilnahme beim Wirtschaftsforum in Davos in der Schweiz abgesagt.

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Kubas Präsident Castro fordert Ende des US-Handelsembargos

Kubas Präsident Raúl Castro forderte beim Gipfel in Costa Rica von der US-Regierung ein Ende des Wirtschaftsembargos gegen sein Land. Die jüngste diplomatische Annäherung der beiden seit langem verfeindeten Staaten habe sonst keinen Sinn, sagte er. „Die Handels- und Finanzblockade verursacht enorme wirtschaftliche Schäden und verstößt gegen internationales Recht.“

Castro brachte diesbezüglich eine Resolution ein, welche die Wirtschaftsblockade verurteilt. Sie wurde von den Mitgliedsländern der Celac einstimmig unterstützt. Die Vertreter fordern außerdem den US-Kongress auf, kurzfristig eine Diskussion über die Aufhebung der Blockade zu eröffnen, die vor mehr als einem halben Jahrhundert gegen Kuba verhängt worden war.

Der sozialistische Karibikstaat und die Vereinigten Staaten hatten Mitte Dezember überraschend die Normalisierung ihre Beziehungen nach mehr als 50 Jahren diplomatischer Eiszeit angekündigt. Die Verhandlungen dazu wurden in der vergangenen Woche in Havanna aufgenommen. Sie sollen bald in Washington fortgesetzt werden. (dmz/ds mit Material von dpa)

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