Drei Ex-Präsidenten sorgen für Unmut bei Venezuelas Regierung

Der mexikanische Ex-Präsident Felipe Calderón in Venezuela (Foto: almomento.mx)

 

Caracas, 26. Januar 2015 – Hochrangiger Besuch bei der Opposition in Venezuela: Drei Ex-Staatschefs aus Mexiko, Chile und Kolumbien haben an einem politischen Forum teilgenommen. Venezuelas linkem Präsidenten Nicolás Maduro stieß der Besuch der konservativen Politiker übel auf. Er wittert einen Staatsputsch.

Drei Ex-Staatschefs aus Lateinamerika haben gegen den erklärten Willen der linken venezolanischen Staatsführung an einem politischen Forum der Opposition teilgenommen. Die konservativen Politiker Felipe Calderón (Mexiko), Sebastián Piñera (Chile) und Andrés Pastrana (Kolumbien) wiesen dabei am Montag in Caracas Behauptungen von Staatschef Nicolás Maduro zurück, das Treffen werde aus Drogengeldern finanziert und von einer „terroristischen Gruppe“ organisiert, die den Staatsputsch plane.

„Wir wurden von der demokratischen Opposition Venezuelas eingeladen, die Teil der venezolanischen Gesellschaft ist. Wir sind gekommen, um zuzuhören, zu sehen und zu lernen, aber auch um unsere tiefe Verpflichtung und Unterstützung für die Sache der Freiheit, der Demokratie und der Menschenrechte zu bekunden“, sagte Piñera.

Er hatte am Sonntag gemeinsam mit Pastrana versucht, den seit rund einem Jahr inhaftierten Oppositionellen und Chef der Partei Voluntad Popular, Leopoldo López, im Militärgefängnis Ramo Verde zu besuchen. Dies hatten die venezolanischen Behörden aber untersagt. Aus Sicht der Regierung in Caracas diene der Besuch lediglich dazu, eine „Medien-Show“ zu initiieren.

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Proteste gegen Staatsbesuch der Ex-Präsidenten

Vor dem Treffen hatten soziale Organisationen zu Protesten aufgerufen. In der Stadt Los Teques im Bundesstaat Miranda versammelten sich am Sonntag Dutzende Menschen. Sony Sánchez, einer der Teilnehmer, sagte der venezuelanischen Zeitung „La Prensa“: „Die Jugend Venezuelas, die Jugend von Hugo Chávez, wird auf den Straßen ausharren, in einer demokratischen und friedlichen Weise. Wir werden uns nicht beugen.“ Das Volk werde auch weiterhin die Revolution und Präsident Maduro verteidigen. Die ausländischen Ex-Staatschefs wurden dabei auf Plakaten als „Mörder“ tituliert, Leopoldo López als „Faschist“ bezeichnet.

López sitzt seit Februar 2014 im Gefängnis. Die Behörden werfen ihm Aufwiegelung zur Gewalt während der blutigen Massenproteste gegen die Regierung im vergangenen Jahr vor. Damals waren mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Er hatte sich danach selbst der Polizei gestellt. Der gegen ihn laufende Prozess war vor zwei Wochen fortgesetzt worden. Bei einer Verurteilung droht López eine langjährige Haftrafe. (dmz/ds mit Material von dpa)

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