Havanna: Der Neuanfang zwischen den USA und Kuba braucht Zeit

 

 

Beginn eines diplomatischen Neuanfangs: Die Verhandlungsführer der USA und Kuba in Havanna (Foto: Ismael Francisco / Cubadebate)

Havanna, 22. Januar 2015 – Bei den neuen Verhandlungen zwischen den USA und Kuba üben sich die Beteiligten in einer Diplomatie der kleinen Schritte. Der Wille für eine Annäherung ist da, doch die Meinungen gehen noch oft auseinander. Die Diplomaten setzen auf eine zweite Verhandlungsrunde – dann womöglich in Washington.

Die USA und Kuba haben sich auf weitere Gespräche zur vollen Normalisierung ihrer diplomatischen Beziehungen verständigt. Dies teilten am Donnerstag Vertreter beider Regierungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna mit. Kuba und die USA hatten Mitte Dezember eine historische Wende in ihren schwer belasteten Beziehungen angekündigt. Beide Länder wollen diese nach über fünfzig Jahren diplomatischer Spannungen bald normalisieren.

Hochrangige Delegationen beider Länder berieten den zweiten Tag in Folge nach der angekündigten diplomatischen Annäherung. Auf dem Programm stand ein Fahrplan zur baldigen Eröffnung regulärer Botschaften in Washington und Havanna.

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„Ich kann Ihnen noch nicht genau sagen, wann das passiert“, sagte die US-Chefunterhändlerin Roberta Jacobson vor Journalisten. Zuvor hatte die Staatssekretärin im US-Ministerium das Thema mit der kubanischen Delegation erstmals konkret erörtert. Beide Seiten müssten sich wieder treffen, erklärte die kubanische Top-Diplomatin Josefina Vidal. „In den nächsten Wochen werden wir Vorschläge über ein Datum austauschen“, sagte die kubanische Verhandlungsführerin. Spekuliert wurde über eine neue Gesprächsrunde in Washington.

„Konstruktive und respektvolle Gespräche“

Beide Seiten bezeichneten die Gespräche als konstruktiv und respektvoll. Es gebe aber auch tiefe Differenzen zum Beispiel in Bezug auf Menschenrechtsfragen, sagte Jacobson. Das Thema sei ein Hauptanliegen der US-Seite.

Die sozialistische Regierung Kubas bestand vor allem auf das Prinzip der Nichteinmischung. Für Kuba bedeute dies gegenseitiger Respekt vor dem jeweiligen politischen System, betonte Vidal. Die Regierung von Staatschef Raúl Castro hat politische Reformen an ihrem Einparteiensystem stets ausgeschlossen.

Der aktuelle diplomatische Dialog hatte am Mittwoch begonnen. Eines der ersten Tagesordnungspunkte waren Migrationsthemen. (dmz/dpa/ds)

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