Linke Politikerin und Polizei-Kritikerin in Brasilien erschossen

Die Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco wurde erschossen (Foto: rioonwatch.org)

 

Rio de Janeiro, 15. März 2018 – Unbekannte haben die brasilianische Politikerin und Kritikerin von Polizeigewalt, Marielle Franco, im Zentrum von Rio de Janeiro in ihrem Auto erschossen. Auch ihr Fahrer sei am Mittwochabend im Kugelhagel der Täter gestorben, eine Mitarbeiterin sei verletzt worden, berichtete das Nachrichtenportal G1 am Donnerstag.

Die 38-Jährige hatte die Polizei mehrerer Morde bezichtigt, zuletzt am Tag vor ihrer Ermordung. „Wie viele Menschen müssen noch sterben, damit dieser Krieg ein Ende findet?“, schrieb Franco am Dienstag auf ihrem Twitter-Account, nachdem ein junger Mann mutmaßlich von der Militärpolizei erschossen worden war.

Die aus einem Armenviertel Rios stammende Politikerin war eine der prominentesten Menschenrechtsaktivistinnen des Landes und saß für die linke Partei Sozialismus und Freiheit (PSOL) als Abgeordnete im Stadtparlament. Dort leitete sie eine Kommission zur Überwachung des Militär- und Polizeieinsatzes gegen die ausufernde Gewaltkriminalität in der Stadt. Teile der Polizei gelten als besonders korrupt.

Die Ermittlungsbehörden gingen von einem Anschlag aus, da es keine Anzeichen für einen Raubüberfall gebe, berichtete G1. Franco sei von mehreren Schüssen getroffen worden, die von einem anderen Auto aus abgefeuert wurden. Niemand bekannte sich zunächst zu der Tat.

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Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, „Brot für die Welt“, äußerte sich erschüttert über den Mord. „Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen verurteilen wir diese abscheuliche Tat“, erklärte Luciano Wolff, Referatsleiter Südamerika bei Brot für die Welt. „Es ist ein Angriff auf die Demokratie und zeigt, dass der Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit in Brasilien immer gefährlicher wird.“ (dpa/dmz/hl)

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