Morena will stärkste Kraft werden

Von Herdis Lüke

 

Mexiko-Stadt, 16. August 2014 – Seit diesem Monat hat Mexiko offiziell drei neue politische Parteien: Movimiento de Regeneración Nacional (Morena), Partido Humanista und Encuentro Social haben mit ihrer Registrierung beim Nationalen Wahlamt INE nun Recht auf öffentliche Gelder, auf Werbezeiten in Radio und Fernsehen sowie andere gesetzlich garantierte Privilegien.

Die größte der drei Parteien ist Morena, die dem INE 496.729 eingeschriebene Mitglieder vorweisen konnte, gefolgt von Encuentro Social mit 308.997 und Partido Humanista mit 270.966 registrierten Mitgliedern. Die Parteien haben ihre Registrierungsurkunden erhalten, nachdem der Rat des INE im Juli ihre Eingliederung in das System der politischen Parteien in Mexiko im Juli gebilligt hat.

Andrés Manuel López, die charismatische Führerfigur der Linken, Mitgründer der der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) und zweimaliger Präsidentschaftskandidat hat sich 2012 nach den gescheiterten Wahlen von der PRD getrennt und seine eigene politische Plattform gegründet. In einer beispiellosen Kampagne quer durchs Land hat er in den darauffolgenden anderthalb Jahren knapp eine halbe Million Mitglieder gewinnen können und damit seine Registrierung als Partei geschafft.

Auf der Morena-Gründungsversammlung Anfang des Jahres zeigte sich AMLO, wie der nach seinen Initialen genannt wird, sicher, bei den Wahlen 2015 die stärkste Kraft im Land zu werden. Dann wird ein neuer Kongress gewählt, außerdem Kommunalwahlen in 17 Bundesstaaten abgehalten, darunter sieben, in denen außerdem ein neuer Gouverneur gewählt wird. Die Wahlen gelten als richtungsweisend für die Präsidentschaftswahlen 2018.

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López Obrador war zweimal Präsidentschaftskandidat. 2006 unterlag er extrem knapp dem PAN-Kandidaten Felipe Calderón und 2012 dem PRI-Politiker Enrique Peña Nieto, dessen Wahlsieg er nie anerkannt hat.

Ob AMLO mit seiner eigenen politischen Plattform den Erfolg erreicht, an den er und seine Anhänger glauben, ist allerdings fraglich. Die stärkste Kraft der Linken ist die PRD, von der sich AMLO abgewendet hat. Bisher haben es die Linken noch nie geschafft, eine starke Allianz zu bilden, als die sie bei Präsidentschaftswahlen antreten könnte. Bis zu den Wahlen 2018 kann noch vielpassieren in diesem Land, das mit der Energiereform gerade eine historische Wende vollzieht. (dmz/hl)

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