Mexikanischer Fußballstar Alan Pulido entführt – bisher keine Spur

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Der mexikanische Stürmer Alan Pulido ist im Norden Mexikos entführt worden (Foto: 100x100fan.mx)

 

Ciudad Victoria, 29. Mai 2016 – Der mexikanische Profi-Fußballer Alan Pulido ist in seiner Heimatstadt Ciudad Victoria im Bundesstaat Tamaulipas verschleppt worden. Bisher hätten die Entführer keine Forderungen an seine Familie gestellt. Von dem 25-jährigen fehle jede Spur, zitierte am Sonntag die Zeitung „Excélsior“ den Generalstaatsanwalt von Tamaulipas, Ismael Quintanilla.

Unterstützt von zwei Hubschraubern seien Einheiten des Militärs sowie der Landes- und Bundespolizei im Einsatz, um nach Pulido zu suchen. Dem Vernehmen nach war er am späten Samstagabend gemeinsam mit seiner Freundin auf dem Weg von einer Party nach Hause, als er von einem Konvoy gestoppt und von mehreren bewaffneten Männern aus seinem Auto gezerrt und verschleppt wurde.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass auch die Freundin des Stürmers aus dem Wagen gezerrt, aber sofort wieder freigelassen worden sei.

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Pulido war Teil der mexikanischen Fußball-Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, kam aber nicht zum Einsatz. Derzeit ist der 25-jährige als Stürmer bei Olympiacos, in der griechischen Liga, unter Vertrag. Seine ehemaligen Kollegen aus der National-Elf reagierten mit Bestürzung und Solidarität auf die Entführung.

„Das ist ein großer Schmerz”, schrieb Torhüter Jesús Corona auf Twitter, “Meine Gebete sind mit ihm und seiner Familie in diesem schwierigen Moment“. Seine Kollegen Guillermo Ochoa, Diego Reyes, Javier „Chicharito“ Hernández und Oribe Peralta, die derzeit in Atlanta in den USA sind, haben sich den Wünschen für Pulido angeschlossen. Auch der Fußballklub Tigres (Nuevo León), mit dem Pulido 2010 im mexikanischen Fußball debuttierte, solidarisierte sich vía Twitter mit der Familie des Fußballers.

Mit Tigres streitet sich Pulido vor internationalen Sportgerichten. Pulido hatte sich 2015 ohne Genehmigung seines Klubs nach Europa begeben. Bisher ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Mexikos Nationaltrainer, der Kolumbianer Juan Carlos Osorio, hatte kürzlich erklärt, dass Pulido Qualitäten für das Nationalteam habe, ihn aber wegen des laufenden Verfahrens nicht einberufen könne.

Der Bundesstaat Tamaulipas, der an Texas grenzt, gilt als einer der gefährlichsten des Landes. Hier sind seit Jahren die beiden Kartelle del Golfo und Los Zetas  präsent, die für Entführungen, Erpressungen und Raub sowie Drogenhandel verantwortlich gemacht werden.

Vor elf Jahren war in Mexiko schon einmal ein Fußball-Profi entführt worden. 2005 wurde der argentinische Trainer Rubén Omar Romano am Ende eines Trainings mit dem Team von Cruz Azul verschleppt.  Nach 65 Tagen konnte er von der Bundespolizei befreit werden.  (dmz/hl)

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