WM-Ticket für Messi und Ronaldo – Ärger um Phantomtor in Panama

Lionel Messi hat doch noch die Kurve gekriegt und Argentinien das Ticket zur WM 2018 verschafft (Foto: Screenshot FIFA)

 

Von Stefan Tabeling

Berlin, 11. Oktober 2017 – Die Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo haben es mit Argentinien und Portugal noch zur WM geschafft. Die beiden Bayern-Stars Arjen Robben und Arturo Vidal sind dagegen nach dem WM-K.o. für die Niederlande und Chile in Russland nicht dabei.

Happy End für den „allmächtigen“ Lionel Messi und Weltfußballer Cristiano Ronaldo, großer WM-Frust bei den Bayern-Stars Arjen Robben und Arturo Vidal: Am Abend der großen Emotionen haben die zwei besten Fußballer des letzten Jahrzehnts gerade noch ihren Platz auf der WM-Bühne gesichert. Messi wendete mit einer Drei-Tore-Gala beim 3:1 (2:1) in Ecuador das WM-Aus von Argentinien im Alleingang ab, Portugal holte sich mit dem 2:0 (1:0) im Gruppen-Endspiel gegen die Schweiz das Russland-Ticket. Für die Bayern-Stars Robben und Vidal endet dagegen die Nationalmannschaftskarriere ohne Krönung. Sowohl die Niederlande als auch Südamerikameister Chile verpassten die Endrunde.

Und auch sonst hatten die letzten Gruppenspiele einiges zu bieten: Panama qualifizierte sich mit einem Phantomtor a la Thomas Helmer erstmals für die WM und versetzte damit die USA in einen Schockzustand. Erstmals seit 1986 fehlen die US-Kicker nach dem 1:2 (0:2) bei Trinidad und Tobago bei einer Endrunde.

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Für den deutschen Trainer Michael Skibbe geht der WM-Traum dagegen weiter, der frühere Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler erreichte mit Ex-Europameister Griechenland durch das 4:0 (1:0) gegen Gibraltar die Playoffs und könnte nach Joachim Löw (Deutschland) und Gernot Rohr (Nigeria) als dritter deutscher Trainer zur WM nach Russland fahren. Diese Chance hatte sich für Bernd Storck indes schon frühzeitig zerschlagen. Beim unbedeutenden 1:0 (0:0) gegen die Färöer wurde der deutsche Coach mit „Auf Wiedersehen“-Gesängen und Buhrufen verhöhnt.

Allmächtiger Messi

Hohn und Spott hätte es auch für Argentinien bei einem Verpassen der WM gegeben, doch einer hatte etwas dagegen: Messi ließ den zweimaligen Weltmeister mit dem 44. Dreierpack seiner Karriere noch aufatmen. „Messi war allmächtig“, schrieb das Sportblatt „Olé“, und Argentiniens Coach Jorge Sampaoli schwärmte: „Messi ist der beste Spieler der Geschichte.“

So spielte sich der fünfmalige Weltfußballer in die Herzen der argentinischen Fans, nachdem seine Auftritte in der Nationalelf mitunter kritisch begutachtet wurden. Bei den drei WM-Teilnahmen 2006, 2010 und 2014 waren die ganz großen Glanzpunkte von Messi ausgeblieben, als jeweils gegen Deutschland Endstation war.

Auch Ronaldo erhält eine weitere WM-Chance. „Reisepass zum Traum“, titelte „Correio da Manha“ und „O Jogo“ schrieb: „Im Meisterstil nach Russland!“ Nach der 0:2-Auftaktpleite in der Schweiz holte sich Portugal mit neun Erfolgen in Serie noch den Gruppensieg. Dabei half der Ex-Hamburger Johan Djourou unfreiwillig mit, als er mit einem Eigentor die Schweizer Niederlage einleitete.

Für die Eidgenossen geht es damit in den Playoffs weiter. Für den WM-Dritten Niederlande reichte es dagegen nicht einmal für die Ausscheidungsspiele. Das 2:0 (2:0)-Sieg gegen Schweden fiel um fünf Tore zu niedrig aus. Schweden erreichte damit die Playoffs, Frankreich schaffte durch das 2:1 (2:1) gegen Weißrussland die Direkt-Teilnahme. So nahm Arjen Robben auf einer Ehrenrunde Abschied von der Elftal. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich werde mich jetzt voll auf meinen Verein konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen“, sagte der Mittelfeld-Star von Bayern München, der beide Tore erzielte.

Vidal: Vielen Dank für alles, Jungs!…“

Nachdem Chile durch das 0:3 (0:0) in Brasilien scheiterte, schrieb Vidal: „Vielen Dank für alles, Jungs! Für all diese Jahre zusammen. Dafür, dass ihr alles auf dem Feld gelassen habt.“ Seine Seele sei nach dem Aus „zerstört. Aber gleichzeitig bin ich stolz auf diese Spieler und auf den Trainerstab“. Am Tag danach sah es schon etwas anders aus: „Jedes Mal, wenn sie mich fragen, stehe ich meiner Auswahl zur Verfügung“, twitterte der 30-Jährige. Aus Südamerika fahren stattdessen neben Argentinien auch Brasilien, Uruguay und Kolumbien zur WM.

Ähnlich spannend ging es am letzten Spieltag in der CONCACAF-Zone zu. Panama sicherte sich durch ein 2:1 (0:1) gegen das bereits qualifizierte Costa Rica das WM-Ticket. Doch es könnte noch ein Nachspiel geben, denn beim Ausgleichstor von Gabriel Torres überquerte der Ball nicht die Torlinie, sondern strich am Pfosten vorbei. Erinnerungen an das Phantomtor von Thomas Helmer aus dem Jahr 1994 wurden wach.

Leidtragender waren die USA, die auf Platz fünf abrutschten. Honduras erreichte durch das 3:2 (1:2) gegen Mexiko immerhin noch Platz vier und damit die Playoffs. (dpa/dmz/hl)

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