Krise in Venezuela lässt Handel mit Kuba einbrechen

Ölbohranlage in Venezuela (Foto: cubanet.org

 

Havanna, 18. August 2017 – Die politische und wirtschaftliche Krise in Venezuela hat den Handel mit dem wichtigen Verbündeten Kuba um 47 Prozent einbrechen lassen. Das Handelsvolumen sank von 4,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) im vergangenen Jahr, wie die Statistikbehörde in dieser Woche mitteilte.

Venezuela exportiert vor allem Treibstoff in die sozialistische Karibikinsel. Kuba begleicht die Rechnung zum großen Teil mit Dienstleistungen wie der Entsendung von medizinischem Personal.

Venezuela leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise. Misswirtschaft, Korruption und die global relativ niedrigen Ölpreise machen dem einst reichen Land zu schaffen. Venezuela steckt in einer Rezession, die Inflation gilt als die höchste der Welt. Angesichts der Schwäche Venezuelas ist China zum wichtigsten Wirtschaftspartner Kubas geworden. Im vergangenen Jahr lag das Handelsvolumen bei zwischen den beiden Ländern bei 2,5 Milliarden Dollar.

Wegen der geringeren Öllieferungen aus Venezuela musste Kuba zuletzt den Strom in der öffentlichen Verwaltung und Staatsbetrieben rationalisieren. 2016 schrumpfte die kubanische Wirtschaft um 0,9 Prozent – der erste Rückgang in zwei Jahrzehnten. (dpa/dmz/hl)

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