Milliarden-Investitionen weltweit: Volkswagen stärkt Standorte der Kernmarke

Noch kommt der VW-Tiguan aus Deutschland nach Mexiko (Foto: VW Mexico)

 

Wolfsburg, 19. November 2017 – Volkswagen hat große Pläne, besonders mit Blick auf die Elektromobilität. Dafür ist ein Großteil der Milliardeninvestitionen vorgesehen, die der Konzern angekündigt hatte. In Mexiko sollen SUVs gebaut werden. Der Dieselskandal lässt den Autobauer weiterhin nicht los.

Volkswagen stärkt im Rahmen seiner Investitionsoffensive die Standorte der Kernmarke. Nachdem der Konzern bereits Investitionen von mehr als 70 Milliarden Euro etwa in den Ausbau der E-Mobilität bekanntgegeben hatte, nannte das Unternehmen nun Details für die Marke VW. Für den Ausbau der modularen Fertigung, die Modelloffensive sowie Stärkung der Elektromobilität investiere VW zwischen 2018 und 2022 weltweit 22,8 Milliarden Euro, teilte der Autobauer am Samstag in Wolfsburg mit. 14 Milliarden Euro davon seien für deutsche Werke geplant.

Die Abgas-Affäre und die Krise des Dieselmotors generell machen Investitionen für VW allerdings zu einem Kraftakt. Allein die Beilegung von „Dieselgate“ in den USA kostete die Wolfsburger über 25 Milliarden Euro. Ex-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt macht das Betriebsklima bei Volkswagen für den Skandal verantwortlich.

„Das Problem ist der Geist, der in bestimmten Abteilungen des Hauses herrscht, der große Druck“, sagte die frühere Verfassungsrichterin der „Welt am Sonntag“. Ein „Das können wir nicht“ dürfe es nicht geben, sagte Hohmann-Dennhardt über die Stimmung bei Europas größtem Autobauer. Den Vorstand nahm sie ausdrücklich in Schutz: „Aus meiner Sicht wurden die Betrügereien nicht von oben verordnet.“

Konkret investiert VW nun eine Milliarde Euro in den Standort Zwickau, der wie angekündigt zum reinen E-Mobilitäts-Werk ausgebaut werden soll. In den Stammsitz Wolfsburg, wo die Produktion des Golf gebündelt wird, fließen 2,9 Milliarden Euro. In das Werk in Emden werden 1,1 Milliarden Euro investiert, um dort von Ende 2018 an die Passat-Familie zu produzieren.

Zur Entwicklung der deutschen Komponenten-Standorte würden zudem in Braunschweig mehr als 750 Millionen Euro investiert, in Kassel rund 1,5 Milliarden Euro und in Salzgitter mehr als 800 Millionen Euro. Weltweit bereiteten sich Werke wie Pamplona (Spanien), Palmela (Portugal) und Bratislava (Slowakei) auf weitere Fahrzeuge vor, die nach dem modularen Baukastensystem MQB gefertigt werden. SUV-Projekte seien für Standorte in Mexiko, USA, Südamerika und Russland geplant. (dpa/dmz/hl)

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