Feigenkaktus als Notreserve in Zeiten des Klimawandels

Die Frucht des Feigenkaktus, in Mexiko „tuna“ genannt, ist süß und sehr saftig (Foto: FAO)

 

Rom, 1. Dezember 2017 – In Zeiten des Klimawandels sehen die Vereinten Nationen den Feigenkaktus als wichtige Notreserve. Die Kaktusart habe sich als Nahrungsquelle für Mensch und Tier bewährt, teilte die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) am Donnerstag mit.

Das habe sich jüngst während der Dürre im Süden von Madagaskar bewährt, so die FAO. Während viele Kakteen ungenießbar seien, sei die Gattung Opuntia reichhaltig, vor allem, wenn man sie anbaue und nicht wie Unkraut gedeihen lasse. Eine Unterart dieser Pflanze wächst nach Angaben der FAO sogar ohne Stacheln – aber nur, wenn sie keinen Stress hat. In dem Fall wachsen sie wieder.

Angesichts des Klimawandels und des erhöhten Risikos für Dürren empfiehlt die FAO, die widerstandsfähige Pflanze, großflächig anzubauen. Der Feigenkaktus wird mit seiner stacheligen Frucht schon seit langer Zeit als Nahrungsmittel genutzt. In Mexiko, wo dieser Kaktus seinen Ursprung hat, wird er  als Salat oder als ganzes Blatt gegrillt. Aber auch im italienischen Sizilien gilt der Feigenkaktus als Gourmetprodukt. Inzwischen gibt es ihn in 26 Ländern, so die FAO. Pro Hektar könne der Kaktus darüber hinaus bis zu 180 Tonnen von Wasser speichern – „genug, um das Leben von fünf ausgewachsenen Kühen zu erhalten“, hieß es.

Ein Allheilmittel sind die Kakteen aber noch lange nicht. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schaden der Pflanze. Und auch, wenn die Pflanze noch 66 Grad standhalte, verlangsame sich der Prozess der Photosynthese ab 30 Grad Celsius, weshalb man sie nur selten in Wüsten wie der Sahara und Mojave sehe. (dmz/hl mit Material von dpa)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*