Wie entsteht ein Hurrikan?

Aufnahme des Hurrikans „Katrina“, der im August 2005 gewaltige Schäden im Südosten der USA, vor allem in New Orleans, anrichtete (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

 

Offenbach, 9. September 2017 – „Irma“ hat sich zwar mittlerweile zu einem Hurrikan der Stufe vier abgeschwächt, bleibt aber trotzdem gefährlich. Und auf „Irma“ folgt der nächste Wirbelsturm „Jose“. Das Wort „Hurrikan“, auf Spanisch „huracán leitet sich aus der Maya-Mythologie ab und bedeutet soviel wie “Gott des Windes”. Diese tropischen Wirbelstürme entstehen zumeist in der Hurrikan-Saison im Nordatlantik von Juni bis November.

Hurrikans entstehen, wenn sich über dem tropischen Regenwald des afrikanischen Kontinents Gewitterherde bilden, die von den Passatströmungen in Richtung Karibik getrieben werden. Wenn die Wassertemperatur bei 26 Grad Celsius oder höher liegt, steigt feuchte, warme Luft nach oben, die zu wirbeln beginnt und dem Sturm Energie gibt. Herrschen zusätzlich bis zu einer Höhe von sieben bis zehn Kilometern konstante Winde, werden die entstehenden Wolkentürme nicht verweht. Um das Zentrum des Sturms rotieren dann starke Winde und heftige Regenschauer. Im Auge des Sturms herrschen dagegen Windstille und ein extrem niedriger Luftdruck.

Was sagt der Luftdruck aus?

Der Luftdruck sagt aus, wie stark ein Tiefdruckgebiet ist. Niedriger Luftdruck im Zentrum eines Hurrikans bedeutet: Es besteht ein großer Unterschied zum Luftdruck außerhalb des Hurrikans. Da der Wind sich nach den Luftdruckunterschieden richtet, führen große Luftdruckunterschiede zu extremen Windgeschwindigkeiten und damit zu einer hohen Zerstörungskraft. Windgeschwindigkeiten von annähernd 300 Kilometern pro Stunde wie bei „Irma“ sind sehr selten.

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Wie berechnen Experten den Weg eines Sturms?

Experten erstellen mehrere Simulationen auf Grundlage verschiedener Daten. Luftdruck, Windrichtung, Windstärke, Temperatur von Luft und Wasser, Luftfeuchte und Wellenhöhen werden per Satellit, von einem Schiff, Bojen und auf dem Land aufgezeichnet. Aus der Beobachtung der Ist-Situation werden mögliche Szenarien erstellt. Die Simulationen werden dann miteinander verglichen. Aus den Gemeinsamkeiten ergibt sich die wahrscheinlichste Zugbahn eines Hurrikans.

Der Aufbau eines Hurrikans gleicht in etwa dem eines Taifuns. Er hat im Mittel allerdings zumeist eine geringere Ausdehnung als ein Taifun und seine höchsten Windgeschwindigkeiten sind im Mittel etwas geringer. Ursache dieser Differenzen ist der Unterschied zwischen den Abmessungen der jeweiligen Entstehungsgebiete, die im Nordwestpazifik (Taifun) viel ausgedehnter sind als im Nordatlantik (Hurrikan) und auch im Mittel etwas höhere Wassertemperaturen aufweisen. (dmz/hl mit Material von dpa)

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